In Wien-Floridsdorf wurde am Montagnachmittag bei Baggerarbeiten eine Fliegerbombe entdeckt. Die Arbeiter, die das ungewöhnliche Objekt fanden, alarmierten um 15.45 Uhr den Polizei-Notruf. Ein sprengstoffkundiger Beamter wurde umgehend zur Ichagasse entsandt, wo sich die Entdeckung ereignet hatte. Die Bombe wog 200 Kilogramm und stammte aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach der Bestätigung des Sprengkörpers informierte der Beamte den Entminungsdienst des Österreichischen Bundesheeres, der für die Entschärfung zuständig ist.
Um die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten, wurde das Einsatzgebiet großräumig abgesperrt, und etwa 250 Anrainer, darunter Bewohner eines Gemeindebaus in der Leopoldauer Straße, mussten evakuiert werden. Die Berufsrettung Wien kümmerte sich vorübergehend um die Evakuierten in einem Großraumbus, während die Berufsfeuerwehr ebenfalls im Einsatz war. Die Entschärfung der Fliegerbombe erfolgte gegen 20.00 Uhr, und nach der erfolgreichen Maßnahme wurden die Absperrungen aufgehoben und der Sprengkörper abtransportiert. Glücklicherweise gab es bei diesem Einsatz keine Verletzten. Die Wiener Polizei lobte das richtige Verhalten der Arbeiter und gab wichtige Tipps für den Umgang mit sprengstoffverdächtigen Gegenständen: Den Auffindungsort merken, sich in sichere Distanz begeben und unverzüglich 133 oder 112 anrufen, ohne das Objekt zu bewegen oder zu manipulieren (Kurier, Krone).
Die Hintergründe
Die Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs sind in vielen europäischen Städten nach wie vor ein Problem. Bei Luftangriffen blieben zahlreiche Blindgänger im Erdreich zurück, und Schätzungen zufolge liegen in Deutschland noch etwa 100.000 bis 300.000 Tonnen solcher Sprengkörper im Boden. Jährlich müssen rund 5.000 Blindgänger in Deutschland geräumt werden. Die Identifizierung von Gefahrengebieten geschieht durch die Analyse von Luftaufnahmen, die während und nach den Bombenangriffen gemacht wurden. Es ist nicht ungewöhnlich, dass solche Funde bei Bauarbeiten oder durch Landwirte zufällig entdeckt werden (ARD alpha).
In vielen Fällen müssen die Blindgänger vor Ort entschärft werden, da der Transport oft zu gefährlich ist. Der Einsatz von Baggern und Schaufeln durch Kampfmittelräumdienste ist notwendig, um die Sprengkörper freizulegen und den Zündmechanismus zu identifizieren. Die meisten älteren Bomben sind unberechenbar, da der Sprengstoff über ein halbes Jahrhundert alt ist. Es kommt im Schnitt ein- bis zweimal pro Jahr in Deutschland zu Selbstdetonationen von Blindgängern, was in der Vergangenheit zu Verletzten und sogar Toten geführt hat. Ein Sicherheitsradius wird festgelegt, und die Bevölkerung muss evakuiert werden, wenn ein Bombenfund gemeldet wird. Die Kosten für die Kampfmittelräumung können über die jeweiligen Bundesländer erfragt werden, und Versicherungen decken in der Regel Schäden durch explodierte Blindgänger ab.





