Am Sonntag steht das 348. Wiener Derby zwischen Austria Wien und SK Rapid in der Generali Arena auf dem Programm. Die Stimmung ist angespannt, denn Austria Wien führt die Tabelle mit 29 Punkten an, während Rapid nur drei Punkte dahinterliegt. Aufgrund gewaltbereiter Fangruppierungen wird der Bereich rund um die Generali Arena zur Sicherheitszone erklärt. Die Polizei hat eine Durchsuchungsverordnung erlassen, die von 10 Uhr bis 24 Uhr gilt. Innerhalb dieser Sicherheitszone können Personen der Zutritt verweigert werden, wenn eine Gefahr angenommen wird. Polizeikräfte sind berechtigt, Personendurchsuchungen beim Zutritt zum Stadion vorzunehmen. Die Sicherheitszone erstreckt sich von der Kreuzung Ludwig-von-Höhnelgasse/Fischofgasse bis zur Generali Arena. An diesem Tag wird mit starkem Verkehrsaufkommen gerechnet, insbesondere beim Besucherstrom zu und von der Arena. Daher sind auch Verkehrsverzögerungen und kurzfristige Sperren auf umliegenden Straßen wie dem Verteilerkreis Favoriten und der Favoritenstraße zu erwarten. Mehr Informationen über diese Sicherheitsmaßnahmen können in dem Artikel auf meinbezirk.at nachgelesen werden.
Die Fangewalt beim Wiener Derby ist kein neues Phänomen. Seit Jahren sorgt der Derby für internationale Schlagzeilen, insbesondere aufgrund von Ausschreitungen. Der Trainer von Austria, Stephan Helm, äußerte sich erschüttert über die Vorfälle im Allianz Stadion. In den letzten zehn Jahren wurden zehn schwerwiegende Vorfälle dokumentiert, und die Gewalt in europäischen Stadien nimmt insgesamt zu. Dies betrifft nicht nur Österreich, sondern auch Länder wie Frankreich, die Schweiz und Deutschland. In Deutschland wird derzeit ein Fußball-Sicherheitsgipfel vorbereitet, um über die Finanzierung zusätzlicher Polizeieinsätze zu diskutieren. Die Forderung nach einem Krisengipfel in Wien wird immer lauter, da erste Maßnahmen oft schnell verpuffen. Mögliche Lösungen könnten Spiele ohne Auswärtsfans oder sogar Geisterspiele sein, aber eine Garantie für das Ende der Gewalt gibt es nicht.
Herausforderungen und Lösungsansätze
Die Identifikation und der Ausschluss von Tätern aus den Stadien gestaltet sich als schwierig. Ein Dialog mit den Fans bleibt daher essentiell. Langfristige Lösungen könnten durch Stadionallianzen zwischen Vereinen, Fans und Polizei erreicht werden. Die Eigenverantwortung der Klubs wird jedoch oft als unzureichend bewertet, und es gibt Widerstand gegen personalisierte Tickets. Im Vergleich dazu gelten englische Premier-League-Stadien als sicher, obwohl sie früher Hochburgen der Fangewalt waren. In England wurden Fangruppen in eigene Bereiche mit Zäunen verlegt, während solche Maßnahmen in Österreich bislang nicht umgesetzt wurden. Zu den weiteren Maßnahmen in England zählen Sitzplätze statt Stehplätze, ein Verbot von Alkohol und schnellere Identifikation von Tätern. Ein Anstieg der Ticketpreise in England führte zwar zu weniger Randalierern, jedoch auch zu einer schlechteren Stimmung in den Arenen. Weitere Informationen zu den Herausforderungen und möglichen Lösungsansätzen finden sich in dem Artikel auf die Presse.
Ein Blick über die Grenzen
Interessanterweise zeigen offizielle Statistiken aus Deutschland, dass im Rahmen der Fußballspiele der Saison 2024/25 weniger Verletzte zu verzeichnen waren. Mit 1.107 verletzten Personen gab es einen Rückgang um mehr als 17 Prozent im Vergleich zur Vorsaison. Die Zahl der Stadionbesucher stieg auf 25,26 Millionen, was einen Anstieg von 3,87 Prozent bedeutet. Trotz der Zunahme der Zuschauerzahlen sank die Zahl der eingeleiteten Strafverfahren auf 4.700, was ebenfalls einen Rückgang darstellt. Die Arbeitsbelastung der Polizei reduzierte sich um fast 9 Prozent, was darauf hindeutet, dass Maßnahmen zur Gewaltprävention in Deutschland teilweise Wirkung zeigen. Dennoch bleibt die Problematik des Missbrauchs von Pyrotechnik, der um 73 Prozent auf 4.783 Verstöße angestiegen ist. NRW-Innenminister Herbert Reul fordert ein konsequentes Durchgreifen von Vereinen und Stadionbetreibern. Der Dachverband der Fanhilfen kritisierte hingegen die Darstellung von Gewalt im Fußball als verzerrt und faktisch falsch. Weitere Details können im Artikel auf Sportschau nachgelesen werden.