Der SK Rapid Wien hat nach den besorgniserregenden Vorfällen beim 348. Wiener Derby, das am Sonntag stattfand und mit einer 0:2-Niederlage gegen den Erzrivalen Austria Wien endete, die Abholung des Kartenkontingents für den Auswärtssektor in Wien-Favoriten „bis auf Weiteres“ pausiert. Diese Entscheidung fiel, nachdem das Verhalten einiger Rapid-Anhänger während und nach dem Spiel als „nicht akzeptabel“ verurteilt wurde. Insbesondere das Zünden von Böllern und Leuchtraketen sorgte für erhebliche Besorgnis und führte zu einer Spielunterbrechung.
Präsident Alexander Wrabetz äußerte seine Bestürzung über die Vorfälle und betonte die Notwendigkeit des Zusammenhalts innerhalb der Fangemeinschaft. „Wir müssen gemeinsam an einer positiven Zukunft arbeiten“, so Wrabetz, der gleichzeitig auch an die Fans appellierte, das sportliche Negativlauf zu stoppen. Der Verein arbeitet eng mit den Behörden zusammen, um die Verantwortlichen zu identifizieren und plant, diesen Personen Hausverbote auszusprechen und gegebenenfalls die Vereinsmitgliedschaften zu entziehen. Auch weitere Konsequenzen drohen dem Verein, darunter eine mögliche Sperre des Heimsektors für drei Spiele sowie eine Geldstrafe.
Die Maßnahmen des SK Rapid
Um die Sicherheit im Stadion zu gewährleisten und ein positives Fußballerlebnis für alle zu fördern, wird der SK Rapid bei zukünftigen Auswärtsderbys vorerst auf das Abrufen des Kartenkontingents für den Gästesektor verzichten. Diese Entscheidung wurde getroffen, um weitere Vorfälle zu vermeiden und um den Dialog mit den Fanvertretern fortzusetzen. Die Verantwortlichen möchten sicherstellen, dass solch inakzeptables Verhalten nicht toleriert wird.
Der Vorfall beim Derby ist nicht nur ein Problem für Rapid, sondern spiegelt auch ein größeres Thema im Fußball wider, das sich in den letzten Jahren zunehmend zuspitzt. Während die Sicherheitslage in deutschen Fußballstadien in der Saison 2024/2025 insgesamt gestiegen ist, zeigen Berichte einen alarmierenden Anstieg bei Pyrotechnik-Verstößen. Der Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) weist auf einen Rückgang der verletzten Personen hin, jedoch ist die Zahl der Pyrotechnik-Verstöße auf 4.783 angestiegen, was ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko darstellt.
Der Weg nach vorne
Die Maßnahmen des SK Rapid sind Teil eines größeren Bemühens, die Sicherheit im Fußball zu erhöhen und das Verhalten der Fans zu regulieren. ZIS-Leiter Michael Madre fordert ein konsequenteres Vorgehen gegen den missbräuchlichen Einsatz von Pyrotechnik in Stadien. In Anbetracht der aktuellen Situation ist es für Rapid von entscheidender Bedeutung, die richtigen Schritte zu unternehmen, um sowohl die Sicherheit der Zuschauer zu gewährleisten als auch das Image des Vereins zu wahren.
Die Ungewissheit über die Dauer der Leere im Auswärtssektor in Favoriten bleibt bestehen, und die weiteren Konsequenzen für den Verein sind noch unklar. Die Situation wird weiterhin genau beobachtet, da sowohl die Anhänger als auch die Fußballgemeinschaft auf eine positive Wende hoffen. Die nächsten Schritte und die zukünftige Zusammenarbeit mit den Fans könnten entscheidend sein, um das Vertrauen und die Sicherheit im Stadion wiederherzustellen.