Heute ist der 1.03.2026 und die Vorfreude auf den Eurovision Song Contest (ESC) in Wien ist groß. Ein Blick auf die jüngsten Entwicklungen in der deutschen Musikszene zeigt, dass Sarah Engels den deutschen Vorentscheid gewonnen hat. Damit wird sie Deutschland im Mai 2024 vertreten. In einem spannenden Wettbewerb setzte sich Engels mit ihrem Song „Fire“ gegen acht andere Acts durch, darunter den Favoriten wavvyboy, der mit „Black Glitter“ antrat. Die Show, die vom SWR organisiert wurde, begann verspätet, da zuvor eine Sondersendung zum Krieg gegen den Iran ausgestrahlt wurde.

In den letzten Jahren hatte Deutschland im ESC eher durchwachsene Ergebnisse erzielt. Von 2019 bis 2023 landete das Land ausschließlich am Ende des Teilnehmerfelds. Die letzten zwei Finals in 2023 und 2024 brachten immerhin Mittelfeldplatzierungen: den 12. Platz mit Isaak in Malmö und den 15. Platz mit Abor und Tynna in Basel. Der aktuelle Vorentscheid, der am 28. Februar stattfand, wurde von den Moderatorinnen Barbara Schöneberger und Hazel Brugger geleitet. Brugger plädierte während der Show für mehr Gelassenheit und weniger Druck im Hinblick auf den ESC und verwies dabei auf die erfolgreiche Lena Meyer-Landrut als Beispiel.

Der Vorentscheid und die Juryentscheidungen

Insgesamt nahmen neun Lieder am Vorentscheid teil, darunter auch Bela mit „Herz“, Dreamboys The Band mit „Jeanie“ und Molly Sue mit „Optimist (HaHaHa)“. Eine 20-köpfige Jury bewertete die Auftritte und wählte ihre Top drei: Sarah Engels mit „Fire“, wavvyboy mit „Black Glitter“ und MOLLY SUE mit „Optimist (Ha Ha Ha)“. In der zweiten Abstimmungsrunde entschieden schließlich die Zuschauer, welcher der drei Acts Deutschland beim ESC vertreten wird. Sarah Engels gewann mit beeindruckenden 38,30% der Stimmen und wird somit die Bühne in Wien erobern.

Die Künstlerin selbst beschreibt den Eurovision Song Contest als eine einzigartige Plattform, die Menschen durch Musik verbindet. Mit „Fire“ möchte sie eine Botschaft der Ermutigung, Zusammenhalt, Stärke und Selbstvertrauen vermitteln. Sarah Engels wurde bereits 2011 durch ihre Teilnahme an „Deutschland Sucht Den Superstar“ bekannt und hat sich seither als gefragte Künstlerin etabliert. Ihre Erfolge in Formaten wie „Let’s Dance“, „Das große Promibacken“ und „The Masked Singer“ bestätigen ihren Status in der deutschen Musiklandschaft. Zudem spielt sie seit November 2025 die Hauptrolle der Satine im Kölner Musical „Moulin Rouge“.

Die Sprache beim ESC und Deutschlands Herausforderungen

Ein interessanter Aspekt des diesjährigen Vorentscheids ist die Sprachwahl der Teilnehmer. Von den neun Acts sangen nur zwei in deutscher Sprache: Bela mit „Herz“ und das Duo Ragazzki mit „Ciao Ragazzki“. Alle anderen Interpreten entschieden sich, ihre Songs auf Englisch zu präsentieren. Diese Entscheidung spiegelt die Tatsache wider, dass Deutschland seit 16 Jahren keinen ESC-Gewinn mehr verzeichnen konnte; der letzte Sieg war 2010 mit Lena Meyer-Landruts „Satellite“. In den letzten zehn Wettbewerben belegte Deutschland siebenmal den letzten oder vorletzten Platz, was die Diskussion über die Zukunft der deutschen Musik beim ESC neu entfacht.

Obwohl das Sprachgebot beim ESC 1999 aufgehoben wurde und Englisch zur Hauptsprache avancierte, haben andere Länder wie Finnland, Frankreich, Schweden und die Ukraine in ihrer Landessprache große Erfolge gefeiert. In Deutschland scheint das Publikum jedoch ein wachsendes Interesse an deutscher Musik zu haben, insbesondere im Rap-Genre. Laut einer Studie aus 2023 hat die Phonetik einer Sprache keinen universellen Einfluss auf deren Ästhetik, was die Frage aufwirft, ob deutsche Beiträge im ESC wieder mehr Beachtung finden können. Jährlich verfolgen über 160 Millionen Menschen das ESC-Finale weltweit, was den Wettbewerb zu einer wichtigen Plattform für nationale Identität und Vielfalt macht.

Mit dem bevorstehenden ESC in Wien bleibt zu hoffen, dass Sarah Engels und ihre Botschaft durch „Fire“ einen bleibenden Eindruck hinterlassen und Deutschland auf der großen Bühne wieder strahlen lässt. Der Weg zum Sieg ist sicherlich kein einfacher, aber mit der richtigen Einstellung und Unterstützung könnte es durchaus klappen.