In Innerfavoriten, einem Stadtteil Wiens, haben sich zahlreiche Bewohner über unzumutbare Zustände beklagt. Immer mehr Müll türmt sich an den Straßenrändern und in den Grünflächen, was die Anwohner zunehmend besorgt. Besonders häufig beschweren sich die Bürger über das Liegenlassen von Abfällen, darunter Matratzen und Kartons. Einige Anwohner haben sogar Beweisfotos gemacht, um ihre Vorwürfe zu untermauern. Die Wiener Magistratsabteilung 48 (MA 48), zuständig für Abfallwirtschaft und Straßenreinigung, hat auf diese Beschwerden reagiert und erklärt, dass kurzfristige Verunreinigungen in Wien vorkommen können, oft bedingt durch Baustellen oder Windverfrachtungen. Quelle.
Die Zuständigkeiten für die Müllentsorgung in Wien sind komplex. So sind beispielsweise die Hausverwaltungen oder Betreiber für den Müll in Schanigärten verantwortlich, während die MA 42 für den Müll auf Grünflächen zuständig ist. Für die Gehwege sind die Anrainer gemäß § 93 StVO verantwortlich. Die MA 48 ist mit etwa 3.000 Mitarbeitern eine der größten Magistratsabteilungen in Wien. Rund 1.000 dieser Mitarbeiter sind in der Straßenreinigung und weitere 1.000 in der Müll- und Altstoffsammlung tätig. Allerdings kann die MA 48 keine genauen Zahlen zur Personalverteilung in Favoriten oder spezifischen Grätzln bereitstellen.
Die Aufgaben der MA 48
Die MA 48 hat sich der Sicherstellung einer sauberen Stadt und sicherer Verkehrsflächen im Winter verschrieben. Zu ihren Aufgaben gehören die Müll- und Altstoffsammlung, der Betrieb von Mistplätzen sowie die Abfallbehandlung, beispielsweise in der Biogasanlage oder der Deponie Rautenweg. Darüber hinaus bietet die MA 48 ein umfassendes Sauberkeitsangebot, das 475.000 Restmüll- und Altstoffbehälter, 21.000 Papierkörbe und 3.900 Hundekotsackerlspender umfasst. Auch die Bereitstellung von öffentlichen WC-Anlagen gehört zu ihren Aufgaben. Die Informationen zu den Altstoffsammelstellen sind im Online Stadtplan und in der 48er App verfügbar, und das Mist-ABC unterstützt die Bürger bei der richtigen Mülltrennung. Die MA 48 gilt als Vorreiterin in der europäischen Abfallwirtschaft und organisiert regelmäßig Projekte und Veranstaltungen, um das Bewusstsein für Mülltrennung und Abfallwirtschaft zu fördern. Quelle.
Die Abfallwirtschaft in Österreich
In Österreich gibt es ein dichtes Netz von Vorbehandlungs-, Verwertungs- und Beseitigungsanlagen für Abfälle. Im Jahr 2022 waren rund 3.400 Anlagen in Betrieb. Nach einem Rückgang des Abfallaufkommens während der Corona-Pandemie 2020 stieg dieses im Jahr 2021 wieder an, was vor allem auf die Erholung der Wirtschaft und die Wiederaufnahme der Tätigkeiten im Bausektor zurückzuführen ist. Erstmals wurden im aktuellen Statusbericht auch die Stoffströme von gefährlichen Abfällen ausgewiesen, die in genehmigten Anlagen behandelt oder in Untertagedeponien beseitigt werden müssen. Quelle.
Die Situation in Innerfavoriten ist also nicht nur ein lokales Problem, sondern spiegelt auch die Herausforderungen wider, mit denen die Abfallwirtschaft in ganz Österreich konfrontiert ist. Die Zusammenarbeit zwischen der MA 48 und den Anwohnern ist entscheidend, um die Sauberkeit in den Straßen und Grünflächen aufrechtzuerhalten und das Bewusstsein für Mülltrennung und nachhaltige Abfallwirtschaft zu fördern.