Am Dienstagnachmittag, dem 1. März 2026, wurde ein Mann am Keplerplatz in Wien-Favoriten bei einer brutalen Messerattacke schwer verletzt. Der Vorfall ereignete sich gegen 13:20 Uhr am Vorplatz der Keplerkirche, als ein bislang unbekannter Täter mit einem Küchenmesser auf das Opfer losging und mehrfach in den Oberkörper und Oberschenkel stach. Nach der Tat flüchtete der Angreifer mit der Waffe in unbekannte Richtung. Passanten alarmierten die Einsatzkräfte, die schnell zur Stelle waren und das Opfer notfallmedizinisch versorgten. Der Mann befindet sich derzeit im künstlichen Tiefschlaf und konnte von den Ermittlern noch nicht befragt werden, was die Aufklärung der Hintergründe zusätzlich erschwert. Die Ermittlungen werden vom Landeskriminalamt, Außenstelle Süd, geleitet und konzentrieren sich auf die Identifizierung des Täters sowie die Klärung der Gründe für die Auseinandersetzung, die offenbar ohne Vorwarnung begann (Die Presse).
Die Messerstecherei wirft Fragen auf, insbesondere über mögliche Beziehungen zwischen Täter und Opfer. Ein Zusammenhang zu den bereits am Montag und in der Nacht auf Dienstag durchgeführten Schwerpunktkontrollen in Innerfavoriten ist nicht auszuschließen. Bei diesen Kontrollen lag der Fokus auf Jugendkriminalität, insbesondere auf Einbruchsdiebstählen. Die Wiener Polizei stellte dabei mehrere Drogenhandel-Fälle fest und nahm mehrere Verdächtige fest, darunter einen 31-jährigen Staatenlosen und einen 29-jährigen afghanischen Staatsbürger, die beim Drogenverkauf erwischt wurden. Insgesamt wurden 17 Anzeigen und 36 Identitätsfeststellungen durchgeführt (Mein Bezirk).
Kriminalitätsstatistik in Österreich
Die Messerattacke am Keplerplatz ist Teil eines besorgniserregenden Trends. Laut aktuellen Polizeistatistiken erreichten die Messerangriffe in Österreich im Jahr 2024 einen Höchststand mit 2.596 Fällen, wobei Wien mit 1.121 Messerangriffen die traurige Spitze anführt. Die Zunahme der Gewalttaten mit Stichwaffen ist alarmierend: Im Vergleich zu 1.996 Fällen im Jahr 2014 hat sich die Zahl bis 2024 nahezu verdoppelt. Diese Entwicklung wirft Fragen zur gesellschaftlichen Sicherheit und den Ursachen für derartige Gewalttaten auf. Besonders auffällig ist, dass unter den Tatverdächtigen ausländische Staatsangehörige stark vertreten sind. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 157.000 Ausländer wegen Straftaten in Österreich ermittelt (Kumhofer Blog).
Die aktuelle Situation unterstreicht die Notwendigkeit, präventive Maßnahmen zu ergreifen und die Ursachen für die steigende Kriminalität zu analysieren. Die Ermittler stehen vor der Herausforderung, sowohl die unmittelbaren Hintergründe der Messerattacke als auch die tieferliegenden gesellschaftlichen Probleme zu beleuchten, die zu solch gewalttätigen Auseinandersetzungen führen.