Die Schaffung neuen Wohnraums ist in den letzten Jahren zum zentralen Thema für die Immobilienwirtschaft geworden. Ab 2024 sind jedoch die Bewilligungs- und Fertigstellungszahlen stark rückläufig. In dieser Zeit hat die gewerbliche Immobilienbranche in der Niedrigzinsphase viel gebaut, agiert nun aber verhaltener. Viele gewerbliche Entwickler sind in Konkurs gegangen, und die verbliebenen Bauträger haben Schwierigkeiten mit den Rahmenbedingungen, was zu Projektverschiebungen führt. Der geförderte Wohnbau wird in diesem Kontext als stabilisierender Faktor am Wohnungsmarkt bezeichnet. Gemeinnützige Bauvereinigungen (GBV) errichten aktuell mehr neue Wohnungen als gewerbliche Bauträger, möchten jedoch mehr bauen, um dem Wohnraummangel entgegenzuwirken. Für 2025 wird ein leichter Rückgang bei den Fertigstellungen auf etwa 11.400 Wohnungen prognostiziert, was 32% unter dem Zehn-Jahres-Schnitt liegt. Besonders stark betroffen sind Niederösterreich und Salzburg, während das Burgenland geringere Einbußen verzeichnet.

Die hohen Kosten für Grundstücke, Finanzierung und Baupreise stellen Herausforderungen für alle Bauunternehmen dar. In Salzburg ist die Verfügbarkeit von Grundstücken ein großes Problem. Zudem sind die gemeinnützigen Bauträger an das Kostendeckungsprinzip gebunden und verhandeln intensiv über Baupreise. In Niederösterreich erleichtern die Dichte am Grundstück und neue Bauordnungen den Bau. Die Mieten für neu errichtete Wohnungen im gemeinnützigen Bereich liegen bei 12 bis 13 Euro brutto. Doch im Burgenland werden seit 2022 keine Wohnbaufördermittel mehr für Neubauten gemeinnütziger Bauträger vergeben. Die Oberwarter gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft investiert daher in die Nachnutzung bestehender Gebäude, während das Österreichische Siedlungswerk kürzlich Wohnungen in Wien-Favoriten übergeben hat. Ein Hoffnungsschimmer ist die Erhöhung der Wohnbauförderbeiträge in Wien von 1% auf 1,5% im Herbst 2025, was zusätzliche Mittel von rund 200 Millionen Euro für den Wohnbau bereitstellt.

Förderprogramme für Wohnraum in Deutschland

In Deutschland besteht ein hoher Bedarf an bezahlbarem und klimafreundlichem Wohnraum, der derzeit nicht gedeckt werden kann. Die Ursachen dafür sind vielfältig: gestiegene Bauzinsen, Preissteigerungen, begrenzte Verfügbarkeit von Bauland, Materialengpässe, Lieferkettenprobleme und der Ukraine-Konflikt. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) hat daher verschiedene Förderprogramme ins Leben gerufen, um die Schaffung von Wohnraum zu unterstützen.

  • Sozialer Wohnungsbau: Die Bundesregierung investiert Milliarden in den sozialen Wohnungsbau und stellt für 2025-2029 insgesamt 23,5 Milliarden Euro zur Verfügung.
  • Klimafreundliches Bauen: Das Programm Klimafreundlicher Neubau (KFN) fördert Neubauten mit spezifischen Grenzwerten für Treibhausgas-Emissionen.
  • Wohneigentum für Familien: Seit Juni 2023 gibt es Förderung für Familien mit geringen und mittleren Einkommen.
  • Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment: Ab Oktober 2024 wird ein Programm zur Förderung von Neubauten, die über gesetzliche Energieeffizienzstandards hinaus Einsparungen erzielen, gestartet.
  • Gewerbe zu Wohnen: Die Umwandlung von Gewerbeimmobilien in Wohnraum wird ebenfalls gefördert.
  • Wohngeld-Plus: Ein staatlicher Zuschuss zu Wohnkosten für Haushalte mit niedrigen Einkommen.

Ausblick und Herausforderungen

Für 2026 wird ein leichter Aufwärtstrend im Wohnungsbau erwartet. Dennoch bleibt die Situation angespannt, insbesondere durch die Herausforderungen, die sich aus den hohen Kosten und der begrenzten Verfügbarkeit von Grundstücken ergeben. Die GBV fordert, dass die neu bereitgestellten Mittel tatsächlich für den Wohnbau verwendet werden, um eine stabile Wohnraumerrichtung zu gewährleisten. Streitpunkt bleibt die Zweckbindung der Rückflüsse alter Darlehen.

Insgesamt zeigt sich, dass sowohl in Österreich als auch in Deutschland die Schaffung von Wohnraum eine komplexe Herausforderung darstellt, die durch zahlreiche Faktoren beeinflusst wird. Die Initiativen von staatlichen Stellen und gemeinnützigen Organisationen sind entscheidend, um dem bestehenden Bedarf an Wohnraum gerecht zu werden und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Der Weg zu einer Lösung wird jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen müssen, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickeln wird. Für weitere Informationen über die Förderprogramme des BMWSB besuchen Sie bitte diese Seite.