Im Schatten des 275. Wiener Derbys zwischen Rapid und Austria, das am 16. Februar 2026 in Favoriten stattfand, brachen massive Ausschreitungen aus, die die ohnehin schon angespannte Atmosphäre zwischen den beiden Fanlagern weiter aufheizten. Das Spiel begann mit einer halben Stunde Verspätung, doch die Geschehnisse auf dem Platz und rund um das Stadion sollten bald in den Hintergrund treten. Der Austria-Torhüter Joey Didulica wurde von Rapid-Fans mit Feuerwerkskörpern und anderen Gegenständen beworfen, während in der 6. Minute das Derby kurz vor dem Abbruch stand. Rapid-Torhüter Georg Koch fiel zu Boden, nachdem ein Feuerwerkskörper in seiner Nähe explodierte.

Die Situation eskalierte, als Hunderte Rapid-Anhänger beim Stand von 0:2 auf den Rasen stürmten und die Austria-Fans attackierten. Kurz darauf wurde das Spiel abgebrochen. Es ist nicht das erste Mal, dass solch gewalttätige Ausbrüche die Wiener Fußballszene erschüttern. Bereits zwei Tage vor dem Derby wurden vermummte Rapid-Fans bei einem Übergriff auf den Austria-Nachwuchsspieler Valentin Grubeck erwischt, was die aufkommende Gewalt nur weiter anheizte. In den darauffolgenden Spielen blieben die Gästesektoren geschlossen, um die Situation zu entschärfen.

Die Folgen der Ausschreitungen

Rapid Wien wurde für die Vorfälle mit einem Geisterspiel sowie einer Geldstrafe von 50.000 Euro bestraft. In den vergangenen Monaten kam es bereits mehrfach zu Auseinandersetzungen, bei denen auch die Polizei eingreifen musste. Nach dem Derby wurden insgesamt 17 Verletzte gezählt, darunter zehn Polizisten. Die Wiener Polizei berichtete von 577 Anzeigen wegen verbotenen Böllerzünder und schwerer Körperverletzung.

Die Ereignisse werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden Probleme mit Hooliganismus im Fußball. Rapid-Trainer Robert Klauß und Austria-Trainer Stephan Helm äußerten sich beide betroffen über die Gewalt und kritisierten die Security, die nicht rechtzeitig reagierte. Die Vereinsführungen und die Bundesliga-Gremien beraten nun über mögliche Konsequenzen, während die nächsten vier Wiener Stadtderbys ohne Auswärtsfans stattfinden werden, um weiteren Schaden abzuwenden.

Hintergrund zur Gewalt im Fußball

Die Gewalt im Fußball hat tiefere Wurzeln, die bis in die Arbeiterklasse zurückreichen. Historisch gesehen, bietet der Fußball eine Struktur für Aggressionen, da es ein Ort mit hoher Zuschauerzahl ist. Fanforscher Professor Gunter A. Pilz stellt fest, dass Gewaltausbrüche oft nicht spontan sind, sondern von Hooligans, die sich über soziale Medien verabreden, geplant werden. Diese Männer haben oft Misserfolgserlebnisse in der Gesellschaft, und Gewalt wird als ein Mittel zur Identitätsfindung und zum Erleben von Erfolg genutzt.

Vergleichsweise sind solche Aggressionen in anderen Sportarten, wie dem Handball, weniger verbreitet. Diese Dynamik zeigt, dass die Probleme im Fußball nicht nur kurzfristige Auseinandersetzungen sind, sondern tief verwurzelte gesellschaftliche Themen widerspiegeln. Der Vorfall im Happel-Stadion ist somit nicht nur ein weiteres Beispiel für die Aggressivität im Fußball, sondern auch ein Aufruf zur Reflexion über die Grundursachen dieser Gewalt.

Für weitere Informationen zu den Vorfällen und deren Auswirkungen, besuchen Sie bitte die vollständigen Berichte auf oe24 und BR.de.