Die Musikszene in Donaustadt steht unter einem Schock, nachdem Martin „Soberl“ Sobotka, der Frontmann der beliebten Band Wiener Wahnsinn, im September 2025 im Alter von 51 Jahren verstorben ist. Sein Tod trat nur drei Tage nach seinem Geburtstag ein, den er mit seiner Ehefrau Nadine feierte. Ein geplanter Auftritt beim Ottakringer Kirtag musste aufgrund gesundheitlicher Probleme abgesagt werden, was die Fans mit einem zusätzlichen Auftritt der Vorgruppe Marc Miner & Last Heroes versüßen konnten. Nach dem Verlust von Sobotka war die Zukunft der Band zunächst ungewiss, da die verbleibenden Mitglieder intensive Gespräche führten, um mit dem Trauerprozess umzugehen.

Doch die Band hat sich entschieden, nicht aufzugeben. Wiener Wahnsinn wird als Quartett weitermachen und plant ein Comeback-Konzert am Donnerstag, den 30. April. Dieses Konzert wird im Rahmen der Eröffnung des Maibaumfests in Aspern stattfinden. Weitere Informationen zu diesem Comeback sollen in den kommenden Tagen veröffentlicht werden. Die Band hat sich vorgenommen, dem Austropop treu zu bleiben, auch wenn der neue Sänger und Frontmann noch unklar ist. Ein Casting zur Suche nach einem neuen Sänger ist bereits in Planung.

Ein schwerer Verlust für den Austropop

Martin „Soberl“ Sobotka war ein zentraler Bestandteil der Band und hat mit seiner Stimme und Präsenz die österreichische Musikszene geprägt. Die Band Wiener Wahnsinn gab den Tod ihres Sängers über ihre Social-Media-Kanäle bekannt und erntete eine Welle der Trauer und des Mitgefühls von Fans und Musikliebhabern. Im Jahr 2023 hatte Sobotka bereits eine 12-wöchige Auszeit wegen Panik-Attacken genommen, einschließlich einer sechs Wochen andauernden Reha. Diese gesundheitlichen Herausforderungen werfen einen Schatten auf die Erinnerungen an seine Karriere und das, was er der Band und dem Genre gegeben hat.

Die Idee, ein Tribute-Konzert für Sobotka abzuhalten, wird als unpassend erachtet, was zeigt, wie tief der Verlust empfunden wird. Die Band hat alle für 2025 geplanten Konzerte, darunter Auftritte in Gaweinstal, auf der Wiener Kaiser Wiesn und im Orpheum, abgesagt. Auch zwei Fanreisen auf der Donau nach Bratislava sind davon betroffen. Ein Termin für sein Begräbnis steht noch nicht fest, was die Trauer um den Musiker noch verstärkt.

Austropop: Ein Genre mit Tradition

Wiener Wahnsinn ist ein Teil des Austropop, einem Genre, das seit den späten 1960er Jahren die österreichische Musiklandschaft prägt. Austropop umfasst eine Vielzahl von Stilen und Künstlern, darunter Legenden wie Falco, Wolfgang Ambros und Georg Danzer. Ursprünglich für Popmusik mit österreichischen Dialekttexten verwendet, hat sich der Begriff weiterentwickelt und umfasst heute alle Arten von Popmusik aus Österreich, unabhängig von der Sprache.

Die Ursprünge des Austropop reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, beeinflusst von Figuren wie Johann Nestroy und Ferdinand Raimund. Die musikalische Vielfalt innerhalb des Austropop, die auch Rock, Hip-Hop und Alternativgenres umfasst, spiegelt die kulturelle Identität Österreichs wider. Während Wiener Wahnsinn dem traditionellen Austropop treu bleibt, zeigt sich, dass die Band bereit ist, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen und die Tradition fortzuführen.

Die Rückkehr von Wiener Wahnsinn wird mit Spannung erwartet, und die Band wird sich bemühen, die musikalische Vision von Martin „Soberl“ Sobotka weiterzuführen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Band in der neuen Konstellation entwickeln wird und ob sie der österreichischen Musikszene weiterhin ihren einzigartigen Stempel aufdrücken kann.