Heute, am 26. März 2026, stehen die Themen der Sommerferienbetreuung und die Zukunft der Büchereien in der Donaustadt im Fokus des 14. Wiener Gemeinderates. Bei der Sitzung wurden wichtige Punkte angesprochen, darunter die Millionenförderungen für Bildungseinrichtungen sowie die umstrittenen Summer City Camps (SCC) und die Schließung von Büchereien. Diese Themen betreffen viele Familien vor Ort und werfen Fragen zur Chancengleichheit und Infrastruktur auf.
Die Summer City Camps bieten kostengünstige Sommerferienbetreuung für Wiener Schulkinder an insgesamt 34 Standorten in Wien an. Das Programm umfasst eine freizeitpädagogische Betreuung in allen neun Ferienwochen, mit speziellen Formaten für Kinder mit Behinderungen. Diese Camps sind auf Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren ausgelegt, wobei auch Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf bis 14 Jahren betreut werden können. Die Teilnahme kostet 80 Euro pro Kind und Woche, inklusive Mittagessen und gesunder Jause. Für Familien in Grundversorgung und bedarfsorientierter Mindestsicherung ist das Angebot kostenlos. Die Anmeldung erfolgt in zwei Phasen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Familien gerecht zu werden.
Kontroversen um die Summer City Camps
Eine der größten Kontroversen betrifft die hohe Förderung von 16,4 Millionen Euro für „Hi Jump Wien“, die Anbieter der Camps. Im Jahr 2024 stehen nur noch 13.500 Betreuungsplätze zur Verfügung, was einen Rückgang von 1.500 Plätzen im Vergleich zu 2023 bedeutet. Kritiker bemängeln das Anmeldesystem, welches Kinder aus Halbtagsschulen benachteiligt und Ganztagsschülern einen Vorrang einräumt. Zudem gibt es eine ungleiche Verteilung der Standorte, da beispielsweise der 5. Bezirk Margareten ohne Standort auskommen muss. Die fehlende öffentliche Ausschreibung für die Betreiber der Camps wird ebenfalls als intransparent kritisiert.
Die Schließung der Bücherei Bernoullistraße in der Donaustadt ohne einen Ersatzstandort wirft Fragen auf, da Büchereien als wichtige soziale Infrastruktur gelten, besonders in sozial schwächeren Gebieten. Der Wiener Gemeinderat diskutiert auch die Zukunft der Büchereien, wobei eine Modernisierung und Neuausrichtung geplant ist, um digitale Angebote und flexible Standorte zu fördern. Diese Veränderungen sind besonders relevant, da Wien bis 2030 auf über zwei Millionen Einwohner wachsen wird und die Nachfrage nach Bildungs- und Freizeitangeboten steigt.
Die Rolle der BiM und zukünftige Perspektiven
Die Koordination der Summer City Camps liegt in den Händen der BiM – Bildung im Mittelpunkt GmbH, die seit Sommer 2019 für die Organisation und Qualitätssicherung verantwortlich ist. Neben den Sommerferien werden auch in den Herbst-, Semester- und Osterferien Betreuung für Schüler:innen von 6 bis 12 Jahren angeboten. An schulfreien und schulautonomen Tagen besteht ebenfalls die Möglichkeit der Betreuung, was zusätzliche Flexibilität für die Familien bietet. Detaillierte Informationen und Anmeldemöglichkeiten sind auf der Ferienplattform der Stadt Wien unter ferieninwien.at verfügbar.
Angesichts der demografischen Entwicklung und des stagnierenden Budgets für Bildung und Jugend in Wien, das mehrere Milliarden Euro jährlich umfasst, stellen sich Fragen zur Effizienz der aktuellen Angebote. Zukünftige Lösungen könnten eine Budgetaufstockung, Effizienzsteigerungen oder die Einbindung privater Anbieter umfassen, um den Bedürfnissen der Wiener Bevölkerung gerecht zu werden. Die Diskussionen im Gemeinderat zeigen, wie wichtig es ist, sowohl die Bildungsangebote als auch die kulturelle Infrastruktur zu stärken und zukunftsfähig zu gestalten.
Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in Wien finden Sie in dem Artikel auf Pressefeuer.



