Im Herzen von Wien, genauer gesagt im Kraftwerk Simmering, hat die Wien Energie einen innovativen Schritt in Richtung Zukunft gemacht. Hier wird ein Roboterhund, der von der US-Firma Boston Dynamics stammt, zur Überwachung des Regelbetriebs eingesetzt. Dieser Roboter, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz, 17 Spezialkameras und einem Gassensor, ist in der Lage, autonom Störfälle während seiner Rundgänge zu erkennen und zu melden. Der Bereichsleiter Betrieb bei Wien Energie, Alexander Kirchner, betont die Bedeutung dieses neuen Systems für die Effizienz und Sicherheit im Kraftwerksbetrieb. Der Roboterhund wird derzeit in der Bedienung trainiert und soll ab 2023 eigenständig seine Runden drehen. [Quelle]

Die Einführung des ersten „Energy Dog“ im Jahr 2023 markiert einen bedeutenden Fortschritt für Wien Energie. Dieser Roboterhund ist nicht nur ein technisches Spielzeug, sondern ein ernstzunehmendes Hilfsmittel im Regelbetrieb eines Kraftwerks. Zudem werden vier neue, KI-unterstützte Assistenzsysteme an drei weiteren Standorten eingeführt, unter anderem in der Donaustadt und in der Müllverbrennungsanlage Flötzersteig. Die Roboter „Spot“ führen autonom Kraftwerksrundgänge durch und melden Anomalien in Echtzeit, wodurch die Effizienz und Sicherheit der Anlagen erhöht wird. Der erste Energy Dog hat bereits bemerkenswerte 1.600 Kilometer in rund 4.000 Rundgängen zurückgelegt. [Quelle]

Technologie trifft auf Sicherheit

Diese Roboter sind nicht nur fast einen Meter groß und wiegen etwa 42 kg, sie können auch bis zu 1,5 Meter pro Sekunde laufen und bewältigen problemlos unwegsames Gelände. Mit ihren thermografischen Kameras, Akustiksensoren und Multigasmessern sind sie in der Lage, potenzielle Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen. Dadurch unterstützen die Energy Dogs die Mitarbeiter*innen von Wien Energie bei Routinetätigkeiten, ersetzen sie jedoch nicht. Vielmehr erhöhen sie die Arbeitssicherheit, indem sie gefährliche Bereiche autonom inspizieren.

Wien Energie setzt somit auf Innovation im Kraftwerksbetrieb, was nicht nur für die eigene Effizienz von Bedeutung ist, sondern auch für die gesamte Branche. Die Nutzung von Drohnen zur Inspektion von Anlagen und zur Störungsbehebung ergänzt das High-Tech-Equipment der Zukunft. Der Einsatz dieser modernen Technologien steht ganz im Zeichen der fortschreitenden Digitalisierung in der Energiewirtschaft.

Künstliche Intelligenz im Energiesektor

Die Diskussion um künstliche Intelligenz (KI) in der Energiewirtschaft gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat in Zusammenarbeit mit der appliedAI Initiative eine Publikation veröffentlicht, die sich mit den Möglichkeiten von KI in diesem Bereich beschäftigt. Diese Technologie wird als wichtige Universaltechnologie betrachtet, deren Anwendung in der Energiewirtschaft immer mehr an Fahrt gewinnt. Der hohe Informations- und Aufklärungsbedarf zeigt, dass Entscheidungsträger in der Branche ein Grundverständnis für KI entwickeln sollten, um die Potenziale erfolgreich zu nutzen. [Quelle]

Die Fortschritte im Bereich des maschinellen Lernens ermöglichen bereits heute erfolgreiche KI-Anwendungen, die von Effizienzsteigerungen bis hin zur CO2-Reduktion reichen. Diese Entwicklungen könnten nicht nur das Energiesystem optimieren, sondern auch den Einsatz erneuerbarer Energien fördern. Es bleibt abzuwarten, wie Wien Energie und andere Unternehmen der Branche diese Technologie weiter nutzen werden, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und eine nachhaltige Energiezukunft zu gestalten.