Heute ist der 6.02.2026 und die Donaustadt steht im Zentrum eines aufsehenerregenden Polit-Skandals. Ernst Nevrivy, der Bezirksvorsteher, ist seit 2018 ein umstrittener Verfechter des Lobau-Tunnels, aber seine politische Karriere könnte durch laufende Ermittlungen erheblich erschüttert werden. Aktuell sieht sich Nevrivy wegen Bestechlichkeit, Verletzung des Amtsgeheimnisses und Beitrag zur Untreue vor Gericht. Er soll Informationen über den Bau einer Remise der Wiener Linien an Stefan Gruze, den Chef von Wienwert, weitergegeben haben. Im Gegenzug erhielt er Freikarten und eine Zuwendung für seine Lieblingsband. Nevrivy bestreitet die Vorwürfe und hat sich nicht schuldig bekannt.

Doch die Probleme für den Bezirksvorsteher hören hier nicht auf. Neben dem Prozess gegen Wienwert ermittelt die Staatsanwaltschaft auch in der Causa Kleingärten gegen ihn. Hier steht der Verdacht im Raum, dass Nevrivy die Umwidmung einer Kleingartenanlage in Bauland vorangetrieben hat und dafür ein günstiges Grundstück erhielt. Trotz dieser schweren Vorwürfe gilt Nevrivy als starker Politiker in der Wiener SPÖ, der von seiner Partei, trotz der Anklage, weiterhin unterstützt wird. Er wuchs in einer Arbeiterfamilie auf und trat mit 17 Jahren der SPÖ bei. Sein autoritärer Politikstil ist in der eigenen Partei umstritten, aber seine Mobilisierung für Michael Ludwig, der Bürgermeister wurde, zeigt seine Einflussnahme.

Neue Enthüllungen und Ermittlungen

Die Ermittlungen der WKStA gegen Nevrivy und andere Personen dauern seit 2021 an und konzentrieren sich auf schweren, gewerbsmäßigen Betrug und Untreue im Zusammenhang mit Wienwert. In der Kleingartenaffäre wird Nevrivy vorgeworfen, von Umwidmungen profitiert zu haben. Vor über einem Jahr kamen fragwürdige Kleingartendeals im 22. Bezirk ans Licht. Nevrivy soll Parzellen besitzen, deren Wert durch Umwidmungen gestiegen ist. Im Jahr 2020 erwarb er ein Grundstück in Breitenlee, das 2021 in Bauland umgewidmet wurde.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen eine weitere Person, deren Identität unklar ist. Der Kleingarten-Präsident Wilhelm Wohatschek ist nicht unter den Beschuldigten. Während der Prüfbericht des Stadtrechnungshofs keine politischen Interventionen bei Widmungsverfahren feststellte, fordert die Wiener FPÖ politische Konsequenzen und eine lückenlose parteiinterne Untersuchung durch unabhängige Experten. Die Situation um Nevrivy ist also alles andere als klar und wirft ein Schlaglicht auf die Integrität der politischen Landschaft in der Donaustadt.

Ein Blick auf die Gesellschaft

Diese laufenden Korruptionsermittlungen kommen in einer Zeit, in der das Bewusstsein der Wählerinnen und Wähler für die Notwendigkeit von Transparenz und die Ablehnung korrupten Verhaltens zunimmt. Antikorruptionsexperte Martin Kreutner betont, dass Österreich im Bereich der Alltagskorruption auf einem guten Weg sei. Es ist entscheidend, dass gewählte Vertreter endlich Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption ergreifen. Angesichts der aktuellen Vorwürfe gegen Nevrivy wird die Forderung nach mehr Transparenz und Gerechtigkeit in der Politik lauter.

Die Donaustadt, die mit 228.000 Einwohnern ein wichtiger Wählerkreis für die SPÖ ist, könnte durch diesen Skandal einen nachhaltigen Einfluss auf die politische Landschaft in Wien erleben. Nevrivys autoritärer Stil und die anhaltenden Ermittlungen werfen Fragen auf, die weit über seine Person hinausgehen und die Glaubwürdigkeit der Partei und ihrer politischen Entscheidungen betreffen.

Für weitere Informationen über die Vorwürfe gegen Ernst Nevrivy und die laufenden Ermittlungen, siehe die Berichterstattung in der Wiener Zeitung und die Krone.