In der Seestadt Aspern, einem aufstrebenden Stadtentwicklungsgebiet in Wien, mehren sich die Besorgnis und die Ängste unter den Bewohnern. Der Grund? Ein mysteriöser Mann, der in der Nähe von Kindergärten und Schulen gesehen wird und anscheinend Kinder anstarrt, anredet oder verfolgt. Laut dem Bericht von Heute haben Eltern bereits Alarm geschlagen, da der Mann sogar Fotos von Kindern anfertigen soll. Die Sorgen wachsen, besonders mit dem bevorstehenden Schulstart.
Die Polizei wurde mehrfach auf den Mann aufmerksam, doch trotz ihrer Eingriffe zieht er sich nur kurzfristig zurück. Es gibt Bedenken, dass seine psychische Beeinträchtigung Nachahmer anlocken könnte. Umso mehr, da ein zweiter Mann ebenfalls in der Umgebung gesichtet wurde, der Kinder beobachtet. In Chatgruppen tauschen Eltern und Nachbarn bereits Tipps aus, um ihre Kinder zu schützen.
Besorgnis in der Nachbarschaft
Inmitten dieser angespannnten Situation gibt es auch andere Themen, die die Seestadt beschäftigen. So kommt es immer wieder zu Nachbarschaftskonflikten, zum Beispiel rund um das Füttern illegal ausgesetzter Koi im See. Trotz der aufkeimenden Sorgen gilt die Seestadt nicht als gewalttätig – ganz im Gegensatz zu Stadtteilen wie Kagran oder Favoriten. Die Einwohnerzahl wächst kontinuierlich: Derzeit leben rund 8.316 Menschen in dem Gebiet, bis 2028 sollen es sogar 20.000 sein. Kurier schildert, dass die Seestadt als ideale Wohngegend für Familien gilt, geprägt von einem hohen Anteil an unter Zehnjährigen.
In den letzten Wochen kam es jedoch zu erschreckenden Vorfällen, darunter ein geprügeltes Video eines 15-Jährigen sowie bedrohliche Äußerungen in sozialen Medien. Diese Vorfälle werfen ein schattiges Licht auf die Sicherheissituation und sorgen dafür, dass die Polizei ihre Kontrollen in der Seestadt verstärkt. Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) betont, dass es kein generelles Sicherheitsproblem gibt, doch die angespannten Nerven der Bewohner sind spürbar.
Einschätzung der Experten
Die Wahrnehmung von Sicherheit ist oft subjektiv, und so wird auch die Meinung von Experten wie Christian Holzhacker vom Verein Wiener Jugendzentren eingeholt. Er äußert, dass es keine „tendenzielle Verrohung“ oder ausgeprägte „Jugendbanden“ in der Seestadt gibt, was den besorgten Eltern ein wenig Hoffnung geben könnte. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und welche Maßnahmen ergriffen werden, um das Sicherheitsgefühl der Bewohner zu stärken.
In den kommenden Wochen werden die Anwohner und die Polizei alles daran setzen, die Situation im Griff zu behalten und sowohl Kinder als auch Eltern Sicherheit zu bieten. Der Dialog innerhalb der Nachbarschaft bleibt dabei essenziell.