Heute ist der 8.04.2026 und in Döbling tut sich einiges. Zwei Wiener Bauruinen aus dem Erbe der insolventen Signa-Gruppe werden einer neuen Nutzung zugeführt. Die Stadt Wien hat das Nachfolgeprojekt für das Signa-Kaufhausprojekt „Lamarr“ in der Mariahilfer Straße genehmigt. Die Abrissarbeiten des Rohbaus sind fast abgeschlossen, und in drei Wochen soll der Neubau beginnen. Der Abriss war notwendig, da die Raumhöhen des geplanten Kaufhauses nicht zu der neuen Nutzung passen; lediglich die Gebäudehülle bleibt erhalten. Dabei wurden beeindruckende 30.000 Tonnen Beton und 1.800 Tonnen Stahl von der Baustelle entfernt, die nun recycelt werden sollen.
Das unfertige Kaufhaus wurde im Herbst 2024 von einer Tochterfirma der Stumpf-Gruppe aus der Insolvenz der Signa-Gruppe gekauft. Der neue Eigentümer plant, Verkaufsflächen in den unteren drei Etagen auf etwa 12.000 Quadratmetern einzurichten und Wohnungen bis zum achten Stock zu gestalten. Geplant ist auch ein Hotel im hinteren Gebäudeteil sowie eine öffentlich zugängliche Dachterrasse, die Teil des Nutzungskonzepts bleibt. Interessanterweise war der Abriss des Lamarr-Rohbaus ohne Genehmigung möglich, da die Änderung des Nutzungskonzepts aufgrund der Widmung, die auch Wohnnutzung zulässt, erlaubt war. Insgesamt werden 200 Eigentumswohnungen errichtet, und die Fertigstellung des Projekts wird für das erste Quartal 2028 erwartet.
Neuer Stadtteil in Döbling
Ein weiterer spannender Aspekt ist die Entwicklung eines neuen Stadtteils im 19. Bezirk. Das Gebiet rund um den ehemaligen APA-Turm in der Gunoldstraße wird revitalisiert und erstreckt sich über 2,5 Hektar. Hierbei wird die Bevölkerung in den Planungsprozess einbezogen, um einen lebendigen Stadtteil für Wohnen und Arbeiten zu schaffen. Das ehemalige APA-Hochhaus in der Gunoldstraße 14 war bis 2025 im Besitz der Signa. Um das Hochhaus herum wird ein Gerüst aufgebaut, um das größte Wandgemälde des Landes zu realisieren. Das Wandgemälde, geschaffen vom spanischen Urban Street Artist Okuda San Miguel, soll für Vielfalt, Toleranz und Offenheit stehen und wird auf 1.100 Quadratmetern in etwa drei Wochen fertiggestellt.
Andreas Holler, Geschäftsführer der BUWOG, kündigt zahlreiche neue Wohnungen und Arbeitsplätze in der Zukunft an. Das Gelände ist Teil des Stadtentwicklungsgebiets Muthgasse und verspricht, einen wichtigen Beitrag zur urbanen Entwicklung Wiens zu leisten. Es zeigt sich, dass trotz der Herausforderungen durch die Insolvenz der Signa-Gruppe neue Chancen für die Stadt und ihre Bewohner entstehen.
Für weitere Informationen über das Projekt und die Hintergründe lesen Sie die Artikel auf Kurier und News.at.