In einer spannenden Entwicklung für die Bildungslandschaft in Döbling wird die Universität für Bodenkultur (Boku) den ehemaligen Standort der Tourismusschule Modul in der Peter-Jordan-Straße 78-80 übernehmen. Das Projekt trägt den Namen „Erweiterung Campus Türkenschanze“ und hat zum Ziel, einen neuen Standort für die Boku zu schaffen. Das Gebäude, das seit zwei Jahren leer steht, wurde 2023 von der Tourismusschule verlassen, die in den WKO-Campus Wien umgezogen ist. Die Umnutzung des ehemaligen MODUL-Schulgebäudes umfasst beachtliche 10.500 Quadratmeter Nutzfläche und wird eine Vielzahl von Einrichtungen bieten.
Das ehemalige MODUL-Gebäude hat nicht nur als Schule, sondern auch als Hotel und Restaurant gedient. Nun soll es in einen modernen Lern- und Lebensraum für Studierende umgewandelt werden. Die geplanten Einrichtungen umfassen Lehr- und Lernräume, Serviceeinrichtungen, Büros, IT-Flächen mit einem Rechenzentrum, Sportangebote sowie einen Nahversorger und ein Café. Besonders hervorzuheben ist der Fokus auf die Erhaltung der Tragstruktur des Gebäudes, was nicht nur Abbruchmassen reduziert, sondern auch die Wiederverwendung von etwa 35.000 Tonnen Beton und 2.000 Tonnen Stahl ermöglicht. Damit können rund 5.400 Tonnen CO₂ eingespart werden, was dem Nachhaltigkeitsansatz der Boku entspricht. Die Investitionskosten für die Erweiterung belaufen sich auf rund 166 Millionen Euro, die vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung refinanziert werden. Bauarbeiten sind ab Anfang 2029 geplant, mit einer Fertigstellung des „Construction Innovation Labs“ für Anfang 2030 und der Inbetriebnahme des modernisierten MODUL-Gebäudes bis Ende 2030.
Nachhaltigkeit und moderne Infrastruktur
Ein zentrales Element des Projekts ist die nachhaltige Planung. Die Boku wird in Zusammenarbeit mit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und dem Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) die bauliche Infrastruktur strategisch weiterentwickeln. Durch Re-Use-Strategien wird eine Verbindung zwischen den bestehenden Strukturen und der modernen Infrastruktur geschaffen, die neue Räume für Zusammenarbeit, Innovation und Austausch fördern soll.
Geplant ist auch der Neubau des „Construction Innovation Labs (CIL)“ an der Borkowskigasse, das zusätzlich ca. 1.600 Quadratmeter Nutzfläche bieten wird. Das Lab wird sich auf großmaßstäbliche Versuche, geotechnische Prüfungen und Robotik im Bauen konzentrieren. Die Boku verfolgt hierbei einen ressourcenschonenden Ansatz, der energieeffiziente Technik und klimaresiliente Freiräume umfasst. Geplante Maßnahmen zur Entsiegelung und Begrünung der Borkowskigasse sowie die Nutzung von Geothermie und Photovoltaik unterstreichen das Engagement für nachhaltiges Bauen.
Eine Institution mit Geschichte
Die Universität für Bodenkultur Wien (Boku) wurde 1872 gegründet und hat sich seitdem zu einer renommierten Bildungseinrichtung entwickelt. Ihr Motto „Science for Life“ spiegelt das Engagement für praxisnahe Forschung und Lehre wider. Mit über 10.000 Studierenden und einer Vielzahl an Forschungsprojekten ist die Boku eine bedeutende Institution im österreichischen Hochschulsystem. Die Rektorin Eva Schulev-Steindl leitet die Hochschule, die sich durch ihre staatliche Trägerschaft und ein breites Netzwerk an internationalen Kooperationen auszeichnet.
Durch die geplante Erweiterung des Campus Türkenschanze wird nicht nur die Infrastruktur der Universität gestärkt, sondern auch ein neuer Raum für zukünftige Generationen von Studierenden geschaffen. Der Fokus auf nachhaltige Entwicklung und innovative Lehrformate wird der Boku helfen, ihre Position als Vorreiter im Bereich Hochschulbildung in Österreich weiter auszubauen. Die Entwicklungen sind ein weiteres Zeichen für die kontinuierliche Anpassung der akademischen Landschaft an die Herausforderungen der heutigen Zeit.
Für nähere Informationen zu diesem spannenden Projekt besuchen Sie die Quelle oder die offizielle Webseite der Boku. Für historische Kontexte zur Universität können Sie auch diesen Artikel auf Wikipedia lesen.