Im Bezirksmuseum Döbling wird derzeit eine faszinierende Ausstellung über die Geschichte des Schlosshotels Cobenzl präsentiert. Diese endet am 28. Februar und bietet einen umfassenden Einblick in die glanzvollen Epochen sowie die dunklen Kapitel des Hotels, das einst eine wichtige Rolle in der Wiener Gesellschaft spielte. Die Kuratorin Brigitte Kolin hat die Entwicklung des Cobenzl von aristokratischen Anfängen bis hin zur Ruine eindrucksvoll thematisiert. Besucher können sich auf Erinnerungen an Filmstars wie Hans Albers und Willy Forst freuen, die in glanzvollen Zeiten des Hotels verweilten. Doch die Ausstellung beleuchtet auch die dunklen Seiten, wie die Nutzung des Gebäudes während des Nationalsozialismus sowie seine Funktion als Lazarett und Flüchtlingslager in der Nachkriegszeit.
Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist die letzte Begleitveranstaltung, das „Cobenzl-Kränzchen“, das am 20. Februar um 17 Uhr stattfindet. Diese Veranstaltung, die in der Döblinger Hauptstraße 96 stattfindet, bietet musikalische Untermalung durch die Musikschule Döbling. Der Eintritt ist frei, und Interessierte können sich unter 0664/468 59 85 anmelden.
Die Geschichte des Cobenzl
Der Cobenzl, auch bekannt als Reisenberg, ist ein historischer Ort im 19. Bezirk Wiens, benannt nach Philipp Johann Cobenzl. Ursprünglich im Besitz der Jesuiten, wurde das Anwesen nach der Aufhebung des Ordens 1773 an Johann Philipp Graf Cobenzl verkauft. Dieser ließ das Landhaus umgestalten und einen Garten anlegen, der von mehreren Persönlichkeiten literarisch verewigt wurde. Nach dem Tod Cobenzls 1810 fiel der Besitz mehreren anderen Eigentümern zu, darunter Karl Freiherr von Reichenbach, der dort magnetische Experimente durchführte.
Die Geschichte des Schlosshotels Cobenzl ist geprägt von zahlreichen Veränderungen. 1896-1899 wurde das Schloss in ein Hotelrestaurant umgestaltet, und 1907 kaufte die Gemeinde Wien das Anwesen für 1,5 Millionen Kronen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Hotel umgestaltet und zu einem beliebten Ausflugsort. Doch der Zweite Weltkrieg brachte eine Wende; das Hotel wurde verwüstet und nach dem Krieg als Flüchtlingslager genutzt. 1966 wurde das Schlosshotel schließlich abgebrochen.
Einblicke in die Zukunft
Die Ausstellung im Bezirksmuseum Döbling ist nicht nur eine Hommage an die glanzvolle Vergangenheit des Cobenzls, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte Wiens und seiner historischen Stätten. Sie lädt dazu ein, über die dunklen Kapitel der Geschichte nachzudenken und gleichzeitig die kulturellen Errungenschaften zu würdigen, die mit Persönlichkeiten wie Wolfgang Amadeus Mozart und anderen prominenten Bewohnern des Cobenzls verbunden sind. Für alle, die mehr über die bewegte Geschichte dieses Ortes erfahren möchten, ist die Ausstellung ein absolutes Muss.
Weitere Informationen zur Geschichte des Cobenzl finden Sie in der ausführlichen Dokumentation auf Geschichte Wiki Wien.
Der Cobenzl bleibt ein faszinierendes Kapitel der Wiener Geschichte, und die Ausstellung im Bezirksmuseum Döbling bietet die Möglichkeit, diese Geschichte hautnah zu erleben.