In der Nacht auf Montag wurde die Polizei in Wien von einem aufmerksamen Zeugen in der Brigittenau alarmiert. Dieser beobachtete drei Jugendliche, die versuchten, die Eingangstür eines Geschäftslokals gewaltsam zu öffnen. Die Jugendlichen benutzten eine Eisenstange, um sich Zutritt zu verschaffen. Dank präziser Personenbeschreibungen und Hinweisen zur Fluchtrichtung konnte die Polizei kurze Zeit später die Tatverdächtigen im Nahbereich anhalten. Die Verdächtigen sind ein 13-jähriger österreichischer Staatsbürger und zwei 14-Jährige mit serbischer und österreichischer Staatsangehörigkeit. Sie zeigten sich gegenüber der Polizei geständig, während die beiden 14-Jährigen vorläufig festgenommen wurden. Der 13-Jährige wurde seinen Obsorgeberechtigten übergeben. Die Ermittlungen werden vom Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Zentrum Ost, fortgeführt. Weitere Details zu diesem Vorfall finden Sie in der Quelle hier.
Die steigende Jugendkriminalität in Wien ist ein besorgniserregendes Phänomen. Laut der aktuellen Anzeigenstatistik der Polizei ist die Gesamtzahl der Anzeigen im Jahr 2024 um 4,6% auf 194.981 gestiegen. Besonders alarmierend ist, dass mehr als die Hälfte der Täter (57,1%) aus dem Ausland kommt. Im Jahr 2024 wurden in Wien 14.804 Verdächtige unter 18 Jahren angezeigt, was einem Anstieg von 33% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Zahl umfasst auch immer jüngere Straftäter; die Jüngsten sind erst 10 Jahre alt. Ein Anstieg in der Altersgruppe von 10 bis 14 Jahren zeigt, dass die Zahl der Verdächtigen in dieser Gruppe von 3.186 auf 5.066 gestiegen ist.
Rückblick auf die Kriminalitätsstatistik
Die Kriminalitätsstatistik für Wien zeigt zudem, dass die Aufklärungsquote gesunken ist, von 44,3% auf 43,4%. Während Einbrüche in Wohnungen und Häuser von 3.591 auf 3.124 zurückgingen, stiegen die Vermögensdelikte um 4,7% auf 131.101 Fälle. Besonders auffällig ist der Anstieg der Raubdelikte, die von 1.180 auf 1.394 Fälle (+18,1%) zugenommen haben. Auch die angezeigten Vergewaltigungen stiegen im Vorjahr auf 519, was einem Anstieg von 10,9% entspricht. Im gleichen Zeitraum wurden in Wien 26 Morde verübt, gegenüber 19 im Jahr 2023, wobei 24 davon geklärt wurden.
Um diesen besorgniserregenden Trend zu bekämpfen, wurde 2024 in Wien die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Kinder- und Jugendkriminalität“ eingerichtet, die sich auf die Intensivierung der Präventionsarbeit konzentriert. Es ist zu erwarten, dass die Diskussionen um mögliche Verschärfungen im Jugendwohlfahrtsrecht zunehmen, abhängig von den politischen Entwicklungen nach den Wahlen. Der NEOS-Vorstoß zur Einführung von Zwangsaufenthalten für gewalttätige Minderjährige in Heimen wird von Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) nicht grundsätzlich abgelehnt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Jugendkriminalität in Wien alarmierende Ausmaße angenommen hat, mit einem Höchststand von 98.996 tatverdächtigen Personen seit mindestens zwei Jahrzehnten. Wien nimmt im bundesweiten Vergleich eine Spitzenposition bei Straftaten von Minderjährigen ein. Die Entwicklung erfordert dringende Maßnahmen und ein Umdenken in der Präventionsarbeit, um die Sicherheit der Gesellschaft zu gewährleisten. Mehr Informationen zu den Hintergründen dieser Entwicklungen finden Sie hier.