In der Othmargasse 42–44 in Wien, einem der bekanntesten „Horrorhäuser“ in der Brigittenau, hat sich in den letzten Monaten einiges getan. Die Immobilie, die in der Vergangenheit immer wieder von Missständen und sogar Rattenbefall betroffen war, steht seit Februar 2025 unter der Zwangsverwaltung der Stadt Wien. Ein virales Video aus dem Sommer 2021, das eine große Menge von Ratten zeigt, die von einem Müllwagen springen, hat das öffentliche Interesse an der Liegenschaft noch verstärkt. Trotz der Zwangsverwaltung und der damit verbundenen Sanierungsmaßnahmen bleibt die Situation für die dort lebenden Menschen, hauptsächlich geflüchtete Personen, herausfordernd. Die Immobilienentwicklungsfirma Mauerwerk trägt die Verantwortung für den Zustand des Gebäudes, das in baufälligem Zustand ist. Anfang Januar musste die Baupolizei eingreifen, um drohenden Deckenverputzabbruch zu verhindern.
Aktuelle Berichte deuten darauf hin, dass die hygienischen Bedingungen im Innenhof weiterhin besorgniserregend sind. Zwar wurden bei einem Lokalaugenschein keine Ratten gesichtet, doch der Müll im Innenhof bleibt ein Problem. Externe Personen nutzen das nicht versperrbare Haustor, was zur Verschmutzung beiträgt. Ein örtlicher Gemüsehändler hat jedoch eine spürbare Verbesserung seit dem Vorfall mit dem Müllwagen festgestellt. Die Bäckerei in der Nähe berichtet hingegen von regelmäßigen Ratten- und Müllproblemen, die erst nach Einbruch der Dunkelheit sichtbar werden. Ein Mitarbeiter der MA 48 besucht die Othmargasse täglich, um Ratten zu verhindern, und hat entsprechende Rattenköder im Innenhof platziert. Die Restmüllcontainer werden täglich geleert, während Papiercontainer jedoch weiterhin im Hof stehen.
Maßnahmen zur Verbesserung der Situation
Der Zwangsverwalter hat angekündigt, dass die Liegenschaft zweimal wöchentlich gereinigt und einmal pro Woche entrümpelt wird. Zudem werden Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung ergriffen. Trotz dieser Anstrengungen berichten die Mieter von unhygienischen Zuständen und einer Rattenplage. Dieser Missstand ist nicht nur auf die Othmargasse beschränkt; auch in anderen problematischen Immobilien in der Brigittenau, wie der Salzachstraße 46, sind die Wohnverhältnisse katastrophal. Dort zahlen vor allem Flüchtlinge zwischen 500 und 700 Euro für verschimmelte Mini-Unterkünfte. Die Mieterhilfe hat von „groben Mängeln“ in den Wohnungen berichtet, die weiterhin behoben werden müssen, während die Fertigstellung der Arbeiten sich verzögert.
Die Stadt Wien hat Zwangsverwaltungen für mehrere problematische Immobilien in der Brigittenau eingeleitet, um die Lebensbedingungen der Mieter zu verbessern. Dennoch bleibt die Frage, ob diese Maßnahmen ausreichend sind, um die teils skandalösen Verhältnisse zu ändern. In der Hartlgasse 20, einem weiteren Problemhaus, sind die Zustände ähnlich: Aufgebrochene Postkästen und defekte Lichter sind an der Tagesordnung, während die Eigentümerin der Hartlgasse 20 Verwertungs GmbH, die dem Immobilienentwickler Boris Motaev gehört, auf Anfragen zum Zustand des Hauses nicht reagiert.
Pflichten der Eigentümer und die Rattenverordnung
Laut der Rattenverordnung sind Liegenschaftseigentümerinnen verpflichtet, gegen Ratten vorzubeugen und diese zu bekämpfen. Regelmäßige Kontrollen durch ein zugelassenes Unternehmen der Schädlingsbekämpfung sind erforderlich. Bei festgestelltem Rattenbefall oder der Gefahr eines solchen müssen unverzüglich Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen werden. Die Ratten vermehren sich schnell und können Krankheiten wie Tuberkulose, Typhus, Salmonellose, Hepatitis und Borreliose übertragen. Nachweis über Kontrollen und Bekämpfungsmaßnahmen müssen für drei Jahre zur Einsichtnahme durch den Magistrat bereitgehalten werden. Bei Gefahr im Verzug kann der Magistrat Sofortmaßnahmen anordnen, deren Kosten von den Eigentümerinnen getragen werden müssen. Diese rechtlichen Rahmenbedingungen sollten eigentlich sicherstellen, dass solche Missstände wie in der Othmargasse nicht länger bestehen bleiben.
Abschließend bleibt zu hoffen, dass die laufenden Maßnahmen zur Zwangsverwaltung und die Einhaltung der Rattenverordnung bald zu einer spürbaren Verbesserung der Lebensbedingungen in der Othmargasse 42–44 führen werden. Nur so kann die Brigittenau zu einem lebenswerten Ort für alle Bewohner werden, und die Sorgen um Rattenbefall und unhygienische Zustände endlich der Vergangenheit angehören. Für weitere Informationen zu den Entwicklungen in der Othmargasse können Sie die vollständigen Berichte unter diesem Link und hier nachlesen.





