Heute ist der 4.03.2026 und in Brigittenau wird die Forschung rund um die Wasserkraft und ihre Auswirkungen auf die Fischpopulationen immer intensiver. Im Wasserbaulabor der Boku Wien untersuchen Wissenschaftler Babyfische, Forellen, Koppen und andere Arten, um neues Wissen über Schwebstoffe zu gewinnen, die für die Wasserkraft und die Ökologie von Bedeutung sind. Besonders interessant ist, dass Taxifische, die Menschen im seichten Wasser folgen, aufgewirbeltes Sediment als Nahrungsquelle nutzen. Diese Erkenntnisse sind Teil eines größeren Forschungsprojekts, das darauf abzielt, die Wechselwirkungen zwischen Fischarten und Sedimenten zu verstehen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Die Forscher an der Boku Wien haben in den letzten sieben Jahren im Christian-Doppler-Labor für Sedimentforschung wertvolle Daten gesammelt. Nun, da das Projekt Ende 2024 ausläuft, wird die Arbeit über den Verein für Ökologie und Umweltforschung (VÖU) fortgesetzt. Das neue Projekt konzentriert sich auf das Sedimentmanagement bei Wasserkraftwerken, insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen des Klimawandels, Hochwassers und Gletscherrückgangs. Ein zentrales Ziel ist es, die Auswirkungen von Feinsediment und Trübungsverhältnissen auf Fische zu untersuchen. Dabei werden auch die Verlandungen betrachtet, die durch die Mobilisierung von Feinsedimenten entstehen können – ein Thema, das für die Sicherheit von Menschen auf Eis von Bedeutung ist.

Fischarten und Sedimentmanagement

Die Forschung bezieht sich nicht nur auf die allgemeinen Auswirkungen von Sedimenten, sondern auch auf spezifische Fischarten wie Bachforelle, Äsche und Koppe. Letztere hat eine höhere Toleranz gegenüber Schwebstoffen als die anderen Arten. Ein Team von Wissenschaftlern untersucht, ab welcher Feinsedimentbelastung Fische Stress empfinden, um Richtwerte für ein ökologisch verträgliches Sedimentmanagement zu berechnen. Simulationen und Modellierungen folgen den Labortests, um Prognosewerkzeuge zu entwickeln, die Kraftwerksbetreibern helfen, das Sedimentmanagement besser zu steuern. Weitere Details zu innovativen Ansätzen finden Sie hier.

Ein weiterer spannender Aspekt der Forschung sind die Messungen an Francis-Turbinen, die schwer zugänglich sind. Hierbei wurden Laserscanner montiert, um zusätzliche Daten zu erfassen und die Abrasion an den Turbinen zu messen. Das Verhältnis zwischen Abrasion, Sedimentmenge, Sedimentkonzentration und Partikelgröße wird ermittelt, um den optimalen Mix für die Sedimentzuführung zu finden. Prof. Boes hebt die Wichtigkeit hervor, die entwickelten Methoden in realen Kraftwerken umzusetzen, um entscheidende Erkenntnisse zu gewinnen, die direkt in die Optimierung der Turbinen einfließen können.

Zusammenhang und Ausblick

Die Forschung an der Boku Wien und die Entwicklungen in der Sedimentbewirtschaftung stehen im Kontext größerer ökologischer Herausforderungen. Die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Gewässer und die Fischpopulationen sind nicht zu unterschätzen. Die Erkenntnisse aus diesen Studien sind nicht nur für die Wasserkraft von Bedeutung, sondern bieten auch wertvolle Informationen für die Erhaltung der Biodiversität in den Flüssen. Das Zusammenspiel von Mensch und Natur wird weiterhin im Fokus der Forschung stehen, um eine nachhaltige Nutzung unserer Wasserressourcen zu gewährleisten. Die durch die Forschung generierten Daten können dabei helfen, die Herausforderungen der Zukunft besser zu bewältigen und gleichzeitig die Lebensqualität für die Lebewesen im Wasser zu sichern.