In der Brigittenau wurde am Freitagabend eine Drogenübergabe gestoppt, als Beamte des Stadtpolizeikommandos um 20 Uhr auf Streife waren. Zwei verdächtige Personen fielen den Polizisten auf, die sich in einem Austausch befanden und danach in unterschiedliche Richtungen flüchteten. Ein 26-jähriger Syrer konnte schnell angehalten werden und gestand, Cannabiskraut bei sich zu haben, das er gerade erworben hatte. Der zweite Verdächtige, ein 30-jähriger Mann aus Afghanistan, versuchte, sich der Verhaftung zu entziehen, wurde jedoch von den Beamten verfolgt. Um ihn zu stoppen, gaben die Polizisten Warnschüsse ab. Der Mann wurde vorläufig festgenommen, und bei ihm wurden Bargeld sowie rezeptpflichtige Tabletten sichergestellt. Er wurde auf freiem Fuß angezeigt. Weitere Informationen zu diesem Vorfall finden Sie in der Quelle hier.
Der Vorfall in der Brigittenau reiht sich in eine Reihe von Drogenkriminalitätsfällen ein, die in den letzten Jahren in Österreich und Deutschland zugenommen haben. In einem anderen Fall wurden im Rheinland fünf Männer festgenommen, die für den Raub von 350 Kilogramm Cannabis in Hürth verantwortlich sind. Die Festnahme folgte monatelangen Ermittlungen und fand am 17. Dezember 2025 in Köln, Bonn und Brühl statt. Die Männer, zwischen 35 und 47 Jahren alt und mit Nationalitäten aus Deutschland, Polen und der Türkei, führten den Überfall auf einen Bewacher einer Lieferung von mehr als 700 Kilogramm Cannabis am 22. Juni 2024 durch. Bewaffnet mit Maschinenpistolen arbeiteten sie arbeitsteilig. Die Drogen waren für den Weiterverkauf bestimmt und waren von einem Kölner Drogenboss bestellt worden, der seit dem 8. Dezember 2025 vor Gericht steht. Nach dem Überfall versuchte der Drogenboss, die Drogen im Wert von etwa 1,5 Millionen Euro zurückzubekommen, und soll Geiselnahmen sowie Sprengungen in Auftrag gegeben haben. Für mehr Details zu diesem Fall schauen Sie bitte hier.
Die Drogenkriminalität im Überblick
Die Drogen- oder Rauschgiftkriminalität umfasst alle Straftaten gemäß des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) und ist ein bedeutender Bereich der Organisierten Kriminalität sowie der Straßenkriminalität. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Jahr 2023 wurden in Deutschland rund 347.000 Drogenkriminalitätsfälle polizeilich erfasst, was einen Anstieg von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Circa 208.000 dieser Fälle entfielen auf Cannabis, dessen Teillegalisierung seit dem 1. April 2024 in Kraft ist. Trotz eines leichten Rückgangs liegt der Anteil der Cannabisfälle seit Jahren über 90 Prozent.
Besonders auffällig sind die rund 55.500 registrierten Drogenhandelsdelikte, bei denen Cannabis die wichtigste Substanz darstellt. Illegale Betäubungsmittel werden häufig ins Land geschmuggelt, und der Zoll führt tonnenweise Sicherstellungen durch. Im Jahr 2023 wurden etwa 45.300 Tatverdächtige im Bereich Drogenhandel ermittelt, wobei 58,2 Prozent deutscher Nationalität waren. Der Konsum illegaler Drogen hat nicht nur gesundheitliche, sondern auch gesellschaftliche Auswirkungen. Die Zahl der Drogentoten in Deutschland stieg 2023 auf rund 2.230, wobei die häufigste Todesursache gesundheitliche Langzeitschäden durch übermäßigen Drogenkonsum waren. In Bremen war die Zahl der Drogentoten mit knapp 5 Fällen pro 100.000 Einwohner am höchsten. Weitere Informationen finden Sie in der Quelle hier.