In den letzten Tagen kam es in Wien-Brigittenau zu zwei bemerkenswerten Vorfällen rund um E-Scooter, die sowohl die Polizei als auch die Öffentlichkeit in Aufregung versetzten. Am Freitagabend wurde ein 29-jähriger Mann vorläufig festgenommen, nachdem er verdächtigt wurde, einen E-Scooter stehlen zu wollen. Die Beamten des Stadtpolizeikommandos Brigittenau wurden in den Innenhof eines Mehrparteienhauses gerufen, wo Zeugen beobachtet hatten, wie ein Unbekannter an einem E-Scooter hantierte. Bei Eintreffen der Polizei hielt der Verdächtige die Batterie des Scooters in der Hand und hinterließ mit seinen unglaubwürdigen Aussagen einen dubiosen Eindruck. Der 34-jährige Besitzer des E-Scooters kam ebenfalls hinzu, und der Tatverdächtige wurde schließlich vor Ort festgenommen. Ermittlungen ergaben, dass er kürzlich wegen eines anderen strafrechtlichen Deliktes angezeigt worden war und sich nun in polizeilicher Anhaltung befindet. Weitere Details zu diesem Vorfall können in dem Artikel auf vienna.at nachgelesen werden.
Am darauffolgenden Samstag kam es zu einem weiteren Vorfall, bei dem ein 15-jähriger Jugendlicher im Wert von über 900 Euro beraubt wurde. Der Jugendliche war zuvor am Leipziger Platz mit seinem E-Scooter unterwegs, als eine Gruppe von Gleichaltrigen ihn auf seine Fahrkünste ansprach. Kurz darauf lieh sich einer der Jugendlichen den E-Scooter aus und fuhr einige Runden, bevor die Gruppe in Richtung Brigittapark ging. Plötzlich wurden die verbal attackierten Jugendlichen gewalttätig, und einer schlug dem 15-Jährigen unvermittelt ins Gesicht, sodass er den E-Scooter fallen ließ. Der Täter schnappte sich den E-Scooter und flüchtete. Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein und konnte den mutmaßlichen Dieb am Leipziger Platz festnehmen. Der E-Scooter wurde durch die im Handy des Opfers gespeicherten Seriennummer identifiziert und zurückgegeben. Der Tatverdächtige, ein 15-jähriger schwedischer Staatsbürger, bestritt zunächst jegliche Tatbeteiligung. Die Staatsanwaltschaft Wien ordnete an, ihn wegen Verdachts des Raubes auf freiem Fuß anzuzeigen. Weitere Informationen zu diesem Vorfall sind auf heute.at zu finden.
Diebstahl von E-Scootern: Ein wachsendes Problem
Die beiden Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die steigende Zahl von Eigentumsdelikten in Zusammenhang mit E-Scootern in Österreich. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 3.233 solcher Delikte registriert, wobei mehr als 1.500 E-Scooter einem einfachen Diebstahl zum Opfer fielen. In fast weiteren 1.500 Fällen waren die E-Scooter entweder mit einem Schloss gesichert oder wurden aus versperrten Räumen entwendet. Ein weiterer besorgniserregender Punkt sind die 94 Sachbeschädigungen und andere Delikte im Zusammenhang mit E-Scootern. Das Bundeskriminalamt hat diese Eigentumsdelikte erstmals separat ausgewiesen, was die Dringlichkeit des Themas verdeutlicht.
Experten wie Dr. Armin Kaltenegger vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) betonen die Bedeutung von Sicherheitsvorkehrungen. Einfache Schlösser sind oft leicht zu knacken, und ein Test zeigte, dass zwei Kinder ein Schloss in nur sechs Sekunden zerschneiden konnten. E-Scooter werden häufig im öffentlichen Raum abgestellt, was Dieben Gelegenheiten bietet. Um das Diebstahlrisiko zu minimieren, empfehlen Experten eine Kombination von mehreren Sicherheitsmechanismen, wie zum Beispiel ein Bügelschloss und ein Bremsscheibenschloss. Außerdem sollten Nutzer einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, etwa die Seriennummer und Akkunummer notieren, teure Komponenten nach dem Abstellen mitnehmen und E-Scooter in versperrten Räumen abstellen oder an fix verankerten Gegenständen sichern. Weitere Informationen und Empfehlungen zur Sicherheit von E-Scootern sind auf der Website des Bundeskriminalamts zu finden.