Am 25. Februar 2023 fand die Sitzung der Bezirksvertretung Alsergrund statt, bei der wichtige Themen wie Verkehr und neue Spielgeräte auf der Agenda standen. Die Sitzung war jedoch auch von einer traurigen Nachricht geprägt: Bezirksrätin Neslihan Turan-Berger (Grüne) ist verstorben. In einer bewegenden Schweigeminute wurde ihr Andenken von Bezirksvorsteherin Saya Ahmad (SPÖ) und Klubobmann Matthias Schwendtner (Grüne) gewürdigt. Turan-Berger war bekannt für ihren unermüdlichen Einsatz für Klima, Frauenrechte und den „Ni-Una-Menos-Platz“. Ihr Engagement hinterlässt ein bleibendes Erbe in der Wiener Stadtpolitik.
Neslihan Turan-Berger, geboren und aufgewachsen in Ankara, studierte an der Middle East Technical University und absolvierte ein Austauschprogramm an der Michigan State University in den USA. Seit 1989 lebte sie in Wien und schloss ihr Studium als Diplomingenieurin für Raumplanung und Raumordnung an der TU Wien ab. Seit 1995 war sie in einem stadtnahen Unternehmen für Stadterneuerung und -entwicklung tätig und setzte sich aktiv für ökologische Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit sowie eine lebenswerte Umgebung ein.
Wichtige Beschlüsse der Sitzung
Während der Sitzung wurden insgesamt 14 Anträge und eine Resolution abgestimmt. Ein Antrag von SPÖ und Links für „naturnahe“ Spielgeräte, gefertigt aus Materialien wie Holz oder Stein, wurde angenommen. Ein weiterer Antrag von Grünen und Links zur Einführung von Tempo 30 im Umfeld der Privatschule Lycée Français de Vienne fand ebenfalls Unterstützung. Zudem wurde ein Antrag von Neos und FPÖ zur systematischen Prüfung aller Ampeln im Bezirk angenommen, während ein Antrag der Volkspartei auf erklärende Zusatztafeln am Julius-Tandler-Platz einstimmig angenommen wurde.
Die Bezirksvertretung stimmte zudem über weitere Anträge ab: So wurde der Antrag zur Einführung eines neuen Schutzweges und einer Ampelanlage in der Spitalgasse angenommen, während ein Antrag der FPÖ zur Verlegung eines U-Bahn-Ausgangs in die Bezirksvorstehung abgelehnt wurde. Besonders hervorzuheben ist die einstimmige Annahme einer Resolution von Neos, ÖVP und Links gegen Antisemitismus, was einen starken gemeinsamen Standpunkt gegen Diskriminierung und für Toleranz zeigt.
Der Weg nach vorne
Die Wahl eines neuen Vorsitzenden der Bezirksvertretung stellte einen weiteren Punkt der Tagesordnung dar. Oliver Zwickelsdorfer (SPÖ) wurde zum Nachfolger von Christoph Maurer (SPÖ) gewählt, der auf eigenen Wunsch ausschied. Die Bezirksvorsteherin informierte über die Entwicklungen der letzten Monate, die nicht nur durch die Trauer um Turan-Berger, sondern auch durch die Herausforderungen im Bereich der städtischen Entwicklung geprägt sind.
Der Frauenanteil in der Wiener Politik hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten erhöht. Dennoch bleibt die Repräsentation von Frauen in Entscheidungsgremien oft hinter ihrem Bevölkerungsanteil zurück. Besonders in bevölkerungsreichen Randbezirken sind Frauen unterrepräsentiert. Die aktuelle Diskussion über Geschlechterquoten zeigt, dass es noch viele Hürden gibt, die es zu überwinden gilt, um eine adäquate politische Repräsentation zu erreichen. Obwohl der Frauenanteil in Ausschüssen für Bildung, Soziales und Gesundheit höher ist, bleibt in Bereichen mit großen Budgetverantwortlichkeiten eine männliche Dominanz bestehen. Dies verdeutlicht den Bedarf an konkreten Maßnahmen, um Frauen eine stärkere Stimme in der Politik zu geben.
Die Erinnerung an Neslihan Turan-Berger wird im Stadtbild Wiens weiterleben, insbesondere am Ni-Una-Menos-Platz, der für ihre Vision einer gerechteren Welt steht. Ihr Engagement für soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit bleibt auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der politischen Agenda im Alsergrund.
Für weitere Informationen zu den Themen der Sitzung und den Anträgen besuchen Sie bitte die Quelle. Eine detaillierte Würdigung von Neslihan Turan-Berger finden Sie hier. Informationen zur politischen Partizipation von Frauen in Wien sind in diesem Dokument zu finden.