In Wien-Alsergrund wird mit einem bemerkenswerten Denkmal am Ni-Una-Menos-Platz ein starkes Zeichen gegen Femizide gesetzt. Diese Installation, bestehend aus 19 Schleifen, gedenkt den Frauen, die seit Anfang 2025 durch Männer ermordet wurden. Bislang sind in diesem Jahr bereits drei Femizide zu beklagen. Das Mahnmal soll die Opfer sichtbar machen und wird mit jeder neuen Tat erweitert. Bezirksvorsteherin Saya Ahmad (SPÖ) hebt die Bedeutung des Mahnmals hervor: Es sei nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch ein Appell zum Handeln gegen Gewalt an Frauen. Ihre Stellvertreterin, Josefa Molitor-Ruckenbauer (Grüne), beschreibt das Mahnmal als ein Versprechen aus Trauer und betont, dass Gewalt keine Liebe sei. Es erinnert auch an die tragische Geschichte der Trafikantin Nadine W., die von ihrem Ex-Partner ermordet wurde. Weltweit gab es 2025 über 50.000 Femizide, eine alarmierende Zahl, die nicht ignoriert werden kann. Mehr Informationen über dieses Mahnmal finden Sie in einem Artikel auf meinbezirk.at.
Doch nicht nur in Alsergrund wird auf das Thema Femizide aufmerksam gemacht. Vor der Kirche St. Ulrich wurden 15 pinke Stofftücher angebracht, die ebenfalls der Erinnerung an die Frauen dienen, die 2023 in Österreich ermordet wurden. Jedes Tuch trägt die Namen, das Alter und das Sterbedatum der getöteten Frauen. Bezirksvorsteher Markus Reiter äußert Bestürzung über den anhaltenden Sexismus in der Gesellschaft und fordert mehr Mittel für den Gewaltschutz sowie eine bessere Umsetzung des Bundesgesetzes zum Schutz vor Gewalt in der Familie. Femizide werden als Ergebnis struktureller Gewalt beschrieben, und Initiatorinnen wie Anna Babka und Hannah-Isabella Gasser machen deutlich, dass diese Taten Machtakte sind, die patriarchale Strukturen aufrechterhalten. Gasser fordert mehr Zivilcourage und ermutigt dazu, aktiv gegen geschlechtsspezifische Gewalt vorzugehen. Eine erste Maßnahme, die empfohlen wird, ist die Verbreitung der Nummer der Frauenhelpline 0800 222 555. Weitere Details finden sich in einem Artikel auf wienerbezirksblatt.at.
Hintergrund und Notwendigkeit von Maßnahmen
Die gesellschaftlichen Strukturen, die zu Femiziden führen, sind komplex und erfordern weitreichende Veränderungen. Eine Studie mit dem Titel „Femizide in Deutschland“ beleuchtet die Hintergründe und zeigt, dass die drei häufigsten nichtdeutschen Staatsangehörigkeiten der Täter Afghanen, Rumänen und Syrer sind. Zudem stellten Russlanddeutsche eine größere Gruppe dar. Die Geschädigten waren überwiegend ebenfalls ausländische Staatsangehörige, was zeigt, dass Migrantinnen oft weniger Ressourcen haben, um gewaltvolle Beziehungen zu verlassen. Der Handlungsbedarf ist groß: Es wird eine bessere Unterstützung für Menschen mit psychischen Erkrankungen und sozial benachteiligte Personen gefordert. Auch die Aufklärung von Polizisten über das Eskalationspotenzial gewaltbelasteter Beziehungen wird als notwendig erachtet. Weitere Informationen zu diesen Themen finden Sie in einem Bericht auf uni-tuebingen.de.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Mahnmale in Wien und die begleitenden Initiativen ein wichtiger Schritt sind, um auf die drängenden Probleme der geschlechtsspezifischen Gewalt aufmerksam zu machen. Sie sind ein Aufruf an die Gesellschaft, die Augen nicht vor der Realität zu verschließen und aktiv gegen Gewalt an Frauen zu kämpfen. Die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung zur Bekämpfung von Sexismus und zur Schaffung von Gleichstellung ist unbestritten. Nur durch gemeinsame Maßnahmen und Sensibilisierung kann ein Wandel herbeigeführt werden.