In Alsergrund, einem charmanten Stadtteil Wiens, hat die digitale Welt einen neuen Platz im Leben älterer Menschen erobert. Anna Schaffer, die durch einen Anruf ihrer Tochter auf Albert Böhm aufmerksam wurde, zeigt, wie das Zusammenspiel von sozialen Medien und dem älteren Lebensabschnitt neue Wege eröffnet. Albert, 72 Jahre alt, und Anna leben mittlerweile zusammen und haben sich gemeinsam auf die Reise in die digitale Welt begeben. Sie nehmen an einem Seniorenkurs zur Handynutzung im Pensionistenklub in Wien-Alsergrund teil, der von Dietmar, einem Mitarbeiter des Mobilfunkbetreibers A1, geleitet wird. Dieser Kurs ist nicht nur eine technische Schulung, sondern auch ein Raum für soziale Interaktion.

Die Notwendigkeit, digitale Kompetenzen zu fördern, wird durch aktuelle Berichte unterstrichen. Laut einem Cybercrime-Report des Innenministeriums sind ältere Menschen besonders anfällig für Online-Betrügereien. Obwohl 75% der über 65-Jährigen online sind und sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen können, haben viele Schwierigkeiten, Fake-Inhalte zu erkennen. Barbara Buchegger, die mit älteren Menschen arbeitet, stellt fest, dass sie mehr Probleme mit digitalen Inhalten haben als Jüngere. Diese Herausforderungen wurden während der COVID-19-Pandemie noch verstärkt, als viele Dienstleistungen ins Internet verlagert wurden.

Die digitale Kluft und ihre Überwindung

Ein Blick auf die europäische Ebene zeigt, dass Senioren einen wichtigen und wachsenden Teil der Gesellschaft darstellen. Die Digital Agenda für Europa (2014-2020) hat die Verbesserung der digitalen Kompetenzen und die Inklusion von Senioren in den Fokus gerückt. Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss fordert, dass alle europäischen Senioren in den nächsten Jahren „E-Seniors“ werden, um mit internationalen Trends Schritt zu halten. Das Projekt, das von verschiedenen Organisationen unterstützt wird, fördert digitale Fähigkeiten und Medien- und Informationskompetenz (MIL) bei Senioren, um sie vor virtuellen Gefahren zu schützen.

Interaktive Szenarien und Mikro-Lektionen helfen dabei, häufige Betrugsmaschen und Fake News zu erkennen. Diese Ressourcen, die kostenlos und öffentlich zugänglich sind, bieten eine wertvolle Unterstützung für Senioren, die in der digitalen Welt sicher navigieren möchten. Die alternde EU-Bevölkerung und die Überbrückung der digitalen Kluft sind dringende Themen, die nicht nur auf nationaler, sondern auch auf europäischer Ebene angegangen werden müssen.

Medienkompetenz in Deutschland

Ein Blick auf die Situation in Deutschland zeigt, dass die Medienkompetenz nach Altersgruppen unterschiedlich ausgeprägt ist. Eine Umfrage von Bitkom, veröffentlicht am 2. Juni 2025, gibt Aufschluss über die digitale Medienkompetenz in verschiedenen Altersgruppen. Dabei zeigt sich, dass vielen Senioren noch digitale Kompetenzen fehlen, was sie anfälliger für Online-Betrüger macht. Der Zugang zu aktuellen Bildungsressourcen ist wichtig, um Senioren in ihrer digitalen Teilhabe zu unterstützen und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Anna und Albert setzen mit ihrem Engagement im Seniorenkurs ein Zeichen für die Wichtigkeit der digitalen Bildung im Alter. Sie sind ein Beispiel dafür, wie man trotz Herausforderungen aktiv am digitalen Leben teilnehmen kann. Die Unterstützung von Mobilfunkanbietern wie A1 und Initiativen auf europäischer Ebene sind entscheidend, um Senioren den Zugang zur digitalen Welt zu erleichtern und sie in ihrer Selbstständigkeit zu stärken.

Für weiterführende Informationen zu digitalen Kompetenzen und Schulungsangeboten für Senioren besuchen Sie bitte die Projekte auf den Webseiten Mileage Project und Mileage eLearning. Die Förderung digitaler Fähigkeiten ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Lebensqualität und der sozialen Teilhabe in einer zunehmend digitalen Welt.