Im Herzen Wiens wird aktuell ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Der 100. Jahrestag der Einführung des Schillings wird mit einer faszinierenden Sonderausstellung im Geldmuseum der Oesterreichischen Nationalbank gewürdigt. Diese hat am 19. August 2025 geöffnet und wird bis zum 3. Juli 2026 zu sehen sein. Wie vienna.at berichtet, trägt die Ausstellung den Titel „Es war einmal … der Schilling“ und bildet in neun Kapiteln die spannende Geschichte dieser prägenden Währung ab.

Der Schilling, 1925 offiziell als Zahlungsmittel eingeführt, spielte eine zentrale Rolle in der österreichischen Wirtschaft. Bereits ab 1945 wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg als stabile Währung angesehen und begleitete die Österreicherinnen und Österreicher über gut 70 Jahre. Die Umstellung auf den Euro, der ab 1999 als Buchgeld existierte, erfolgte dann 2002, als der Schilling somit abgelöst wurde. Dennoch sind noch 6,8 Milliarden Schilling, was etwa 500 Millionen Euro entspricht, im Umlauf oder irgendwo in Schubladen und Matratzen verborgen, wie die Oesterreichische Nationalbank hervorhebt.

Die Ausstellung und ihre Schätze

Die Sonderausstellung gibt den Besucher:innen einen umfassenden Einblick in die Welt des Schillings. Gezeigt werden nicht nur historische Banknoten und Münzen, sondern auch Zeitungsartikel und einige wirklich kuriose Objekte, darunter vergoldete Schilling-Manschettenknöpfe. Zudem sind Schilling-Fälschungen sowie nie realisierte Entwürfe für Banknoten zu bewundern. Der Eintritt ist kostenlos und die Ausstellung ist barrierefrei, so dass jeder die Geschichte dieser wichtigen Währung entdecken kann.

Was viele nicht wissen: Der Schilling wurde eingeführt, nachdem die alte Krone massive Geldentwertungen erlebte und schließlich durch den Schilling abgelöst wurde, mit einem Umrechnungskurs von 10.000 Kronen für einen Schilling. Diese Stabilität half Österreich beim wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Krieg, und der Schilling prägte die nationale Identität nicht nur im Alltag, sondern auch bei großen politischen Entscheidungen, wie dem Beitritt zur Europäischen Währungsunion im Jahr 1995.

Der Weg zum Euro

Der Euro trat am 1. Jänner 2002 an die Stelle des Schillings und wurde seitdem von 19 europäischen Staaten als Staatswährung verwendet. Die erste Generation, die nur den Euro kennt, ist inzwischen erwachsen. Historisch betrachtet, war der Schilling die Antwort auf die finanziellen Herausforderungen nach dem Ersten Weltkrieg und half, die wirtschaftlichen Verhältnisse zu stabilisieren, die in den Darauffolgenden Jahren durch die Weltwirtschaftskrise erschüttert wurden. Ab 1947 erlebte der Schilling eine Phase der Stabilisierung, die bis zur Einführung des Euros anhielt salzburger-finanzdienstleister.at schildert.

Insgesamt ist die Ausstellung im Geldmuseum eine wunderbare Gelegenheit, in die Währungsgeschichte Österreichs einzutauchen und das Erbe einer Zeit zu erkunden, als der Schilling eine Konstante im Alltag der Menschen war. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Geldliebhaber, sondern für alle, die mehr über die faszinierende wirtschaftliche Geschichte Österreichs erfahren möchten.