Am Freitag, dem 20. Februar, ereignete sich im Skigebiet Silvretta Montafon in Vorarlberg ein tragischer Skiunfall. Ein 61-jähriger Mann wurde leblos im Schnee aufgefunden, nachdem sein Sohn alarmiert hatte, weil der Vater nicht am vereinbarten Treffpunkt erschien. Der Vorfall zeigt die Gefahren des Wintersports, insbesondere unter den aktuellen, angespannten Bedingungen in den österreichischen Bergen.

Der Sohn des Verunglückten hatte gegen 15 Uhr im Bereich der Jöchli Talstation im freien Skiraum mit seinem Vater Ski gefahren. Der vereinbarte Treffpunkt war im Novatal, aber als der 61-Jährige nicht erreichbar war, begann der Sohn, in Richtung St. Gallenkirch nach ihm zu suchen. Gegen 18 Uhr informierte er schließlich die Liftgesellschaft und daraufhin die Polizei. Eine Handyortung ergab, dass sich das Mobiltelefon des Vaters im Skigebiet befand.

Suchaktion und gefährliche Bedingungen

Daraufhin wurde eine umfassende Suchaktion gestartet, an der rund 30 Personen der Bergrettung St. Gallenkirch und Gaschurn beteiligt waren. Unterstützt wurden sie von drei Drohnen der Bergrettung Vorarlberg, einem Rettungshubschrauber aus der Schweiz sowie der Alpinpolizei Vorarlberg und der Polizeiinspektion Schruns. Letztendlich fanden die Bergretter den 61-Jährigen leblos unter einem Baum im Schnee.

Die Situation in den Bergen war besonders gefährlich. In Österreich herrschte eine große Lawinengefahr mit Warnstufe vier von fünf. In den letzten Tagen waren in den Alpen dutzende Lawinen abgegangen, allein in Tirol wurden an einem Tag über 30 Lawinen registriert. Tragischerweise kam es an diesem Freitag auch zu einem weiteren tödlichen Vorfall: Ein 42-Jähriger aus Deutschland starb bei einem Lawinenunfall in Nauders, wo er mit seinem 16-jährigen Sohn im Skigebiet unterwegs war und den gesicherten Skiraum verließ. Zudem starb am Mittwoch ein 71-Jähriger in Fiss durch eine Lawine, während sein Sohn und ein anderer Wintersportler sich retten konnten. Diese Vorfälle verdeutlichen die Risiken, die mit dem Skifahren und den derzeitigen Wetterbedingungen verbunden sind.

Sicherheitsmaßnahmen im Wintersport

Österreich gilt als Vorreiter in Sachen Sicherheit im Wintersport. Die Qualität der Seilbahnanlagen und die professionelle Pistenpräparierung sind hoch, was sich in den jährlichen Investitionen von rund 11 Millionen Euro in Schulungen und Ausbildungen für die Pistenrettung widerspiegelt. Rund 2.400 Seilbahn-Mitarbeiter sind speziell für den Bergungsbereich und als Pistenrettungssanitäter ausgebildet. Trotz der steigenden Zahlen an Wintersportlern sind die Skiunfälle in den letzten zehn Jahren um 50% gesunken. Ein engmaschiges Rettungssystem sorgt dafür, dass im Notfall schnell reagiert werden kann, inklusive professioneller Versorgung vor Ort und Rettungshubschrauber.

Außerdem wird die Unfallverhütung durch den Preis des Skipasses abgedeckt, der auch Pistenrettung, Pistensicherung und Lawinenschutz umfasst. Während der Saison 2022/23 trugen über 90% der Skifahrer einen Skihelm. Dennoch bleibt es wichtig, sich der Hauptursachen für Unfälle bewusst zu sein, die häufig durch Aufprälle oder Herz-Kreislauf-Störungen verursacht werden. Tipps für unfallfreies Skifahren beinhalten, angepasst zu fahren, das Material rechtzeitig zu überprüfen, sich aufzuwärmen und die FIS-Regeln zu befolgen. Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in den umfassenden Informationen auf vorarlberg.orf.at.

Die tragischen Ereignisse im Skigebiet Silvretta Montafon sind ein eindringlicher Reminder an alle Wintersportler, die Risiken des Skifahrens zu erkennen und sicherheitsbewusst zu handeln. Auch wenn die Sicherheitsstandards in Österreich hoch sind, bleibt es unerlässlich, die eigene Sicherheit und die der anderen stets im Blick zu behalten. Für weiterführende Informationen zur Sicherheit im Wintersport können Sie auch die Website der WKO besuchen.