Im Skigebiet Damüls-Mellau in Vorarlberg kam es am Mittwochabend zu einem dramatischen Vorfall, als eine 63 Jahre alte Skifahrerin nach einer fünfstündigen Suche von Rettungskräften gerettet wurde. Die Frau war in ein steiles Waldgelände geraten, nachdem sie versucht hatte, eine gesperrte Talabfahrt abzufahren. Ihre Suche nach einem Ausweg blieb ohne Erfolg, und sie konnte sich nicht mehr selbst helfen.

Bevor der Akku ihres Handys leer war, übermittelte die Skifahrerin jedoch ihrem Begleiter drei GPS-Standorte. Dieser alarmierte die Rettungskräfte, nachdem er selbst erfolglos nach ihr gesucht hatte. Daraufhin wurde eine groß angelegte Suchaktion gestartet, an der sowohl die Bergrettung als auch die Bundespolizei beteiligt waren. Mit Hilfe von Drohnen und einem Spezialhubschrauber, der mit einer Wärmebildkamera ausgestattet war, gelang es den Einsatzkräften, die Skifahrerin schließlich zu finden. Sie wurde in einem Bachbett entdeckt, etwa 400 Höhenmeter unterhalb ihres ersten GPS-Punktes, und war stark unterkühlt.

Die Gefahren der Unterkühlung

Unterkühlung ist ein ernstes Risiko für Bergsportler, und trotz besserer Ausrüstung und medizinischem Wissen sterben Menschen in den Bergen daran. Bereits bei einstelligen Plusgraden kann es zu einer Unterkühlung kommen, die durch Faktoren wie Nässe und Wind verstärkt wird. Die Abkühlungsgeschwindigkeit im Schnee kann zwischen 1 und 9 °C pro Stunde betragen, während kaltes Wasser die Körpertemperatur noch schneller senkt.

Die Symptome einer Unterkühlung sind vielschichtig und können von Unruhe und Kältezittern bis hin zu Bewusstlosigkeit und Herzrhythmusstörungen reichen. Es ist wichtig, gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Hilfe anzufordern. Vorbeugung ist der Schlüssel: Eine vorausschauende Tourenplanung, passende Kleidung und die Mitnahme von Notfallausrüstung wie einer Rettungsdecke können entscheidend sein.

Das richtige Verhalten in der Kälte

Bei Kälteexposition sollten Betroffene einen geschützten Ort aufsuchen und nasse Kleidung wechseln. Die Tyrolean Wrap Technik mit einer Rettungsdecke kann dabei helfen, die Körpertemperatur zu stabilisieren. Es ist auch wichtig, dass Tourenleiter und Partner gefährliche Situationen frühzeitig erkennen und entsprechend handeln.

Die Frage, ob die gerettete Skifahrerin den Einsatz bezahlen muss, bleibt derzeit noch offen und wird von der Polizei geprüft. In jedem Fall zeigt dieser Vorfall einmal mehr, wie wichtig es ist, sich im Gebirge gut vorzubereiten und die Risiken des Wintersports ernst zu nehmen.

Für weitere Informationen zu den Gefahren von Unterkühlung und Erste-Hilfe-Maßnahmen in den Bergen können Interessierte die ausführlichen Quellen hier und hier nachlesen.