Am vergangenen Samstag ereignete sich ein tragisches Unglück in den Vorarlberger Alpen. Eine Lawine riss mehrere Menschen mit und verschüttete dabei zwei Mitglieder einer fünfköpfigen Skitouren-Gruppe. Der Vorfall fand gegen 13 Uhr während eines Skitouren- und Lawinen-Aufbaukurses statt, als die Gruppe die Maroiköpfe, die etwa 2.500 Meter hoch sind, im österreichischen Klösterle erklimmen wollte. Zu diesem Zeitpunkt war die Lawinenwarnstufe in der Region auf 3 angesetzt, was auf ein erhöhtes Risiko hinweist (Schwäbische.de).

Die betroffene Gruppe war mit Lawinenverschüttetensuchgeräten (LVS-Geräten), Sonden und Schaufeln ausgerüstet, was in solchen Situationen lebensrettend sein kann. Nach dem Lawinenabgang wurden die Verschütteten von nachfolgenden Tourengehern mit den LVS-Geräten geortet und ausgegraben. Unter den Verletzten befanden sich eine 33-jährige Alpinistin, ein 70-jähriger Tourenführer und eine 37-jährige Tourengeherin. Der schwer verletzte Tourenführer wurde ins Landeskrankenhaus Feldkirch geflogen, während die leicht verletzte Alpinistin nach Dornbirn transportiert wurde. Die teilweise verschüttete Tourengeherin begab sich selbst in ärztliche Behandlung (Kleine Zeitung).

Großeinsatz der Rettungskräfte

Die Situation erforderte einen großangelegten Einsatz der Rettungskräfte. Fünf Polizisten der Alpinpolizei, 16 Einsatzkräfte der Bergrettung Klösterle und Dalaas-Braz, sowie mehrere Hubschrauber, darunter Christophorus 8 und Gallus 2, waren im Einsatz. Ein Lawinensuchhund unterstützte die Rettungsaktionen. Die Polizei sucht nun nach Zeugen, insbesondere nach unbekannten Skifahrern, die möglicherweise Hinweise auf den Vorfall geben können (Schwäbische.de).

Die Lawinensituation bleibt in der Region kritisch. Am Sonntag war die Warnstufe weiterhin auf 3, was bedeutet, dass auch andere Skitourengeher in der Gegend vor ähnlichen Gefahren gewarnt sind. Als Erinnerung an die Gefahren des Bergsports bleibt es wichtig, die Bedingungen vor einer Tour genau zu prüfen und sich entsprechend vorzubereiten.

Statistiken und Prävention

Die Entwicklung der Lawinenopferzahlen in den letzten Jahren wirft Fragen auf, die nicht nur die Bergsportgemeinschaft, sondern auch Organisationen zur Lawinenprävention und Unfallverhütung beschäftigen. So begann das Schweizerische Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) bereits 1998 mit der Archivierung aller bekannten Lawinenunfälle, die Personen- oder Sachschaden verursachten. Diese Datenbank umfasst mittlerweile 15.000 Datensätze und ist weltweit einmalig. Sie erleichtert die Untersuchung und Analyse von Lawinenunfällen, um die Öffentlichkeit besser zu informieren und präventive Maßnahmen zu fördern (SLF.ch).

Die tragischen Ereignisse in Vorarlberg sind ein eindringlicher Hinweis darauf, wie wichtig es ist, bei Skitouren die Risiken im Auge zu behalten und vorbereitet zu sein. Die Kombination aus Wissen, Ausrüstung und verantwortungsvollem Handeln kann in den Bergen über Leben und Tod entscheiden.