In den Alpenregionen nahe des Bodensees steigt die Lawinengefahr aufgrund heftiger Schneefälle und starker Winde. Aktuelle Messungen zeigen bis zu 26 Zentimeter Neuschnee in den Bergen. Besonders betroffen sind Langen am Arlberg in Österreich mit 26 Zentimetern und der Säntis in der Ostschweiz, wo 20 Zentimeter gemessen wurden. In den Allgäuer Alpen sind es rund 15 Zentimeter. Die Vorarlberger Bergrettung hat Wintersportler aufgefordert, erhöhte Vorsicht walten zu lassen, da die Schneemassen das Risiko von Lawinen erheblich erhöhen.

Die Lawinengefahr wird in Vorarlberg sowie in der Ostschweiz für Gebiete über 1800 Meter Höhe mit der zweithöchsten Gefahrenstufe (Stufe 4) klassifiziert. In tieferen Lagen, wie den Allgäuer Alpen, herrscht oberhalb der Waldgrenze eine erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3 von 5). Tragisch ist, dass am Mittwoch ein 42-jähriger Snowboarder aus dem Landkreis Lörrach bei einem Lawinenabgang im Skigebiet Sonnenkopf ums Leben kam, während er mit seinem 15-jährigen Sohn abseits gesicherter Pisten unterwegs war. Insgesamt starben an diesem Tag in Österreich drei Menschen bei Lawinenunfällen, darunter ein Skitourengeher aus dem Ostalbkreis.

Die Gefahren verstehen

Die Kombination aus Schneefall und starkem Wind ist besonders gefährlich, da neu gebildete Schneedecken anfällig für Rutschungen sind. Auch der darunterliegende Altschnee ist oft instabil, was bedeutet, dass bereits kleine Bewegungen eine Lawine auslösen können. Besonders wichtig ist es, gesicherte Bereiche nicht zu verlassen und auf Warnsignale wie Risse in der Schneedecke oder Wumm-Geräusche zu achten. Für Ausflüge in ungesichertem Gelände ist eine Notfallausrüstung, bestehend aus einem Lawinenverschüttetensuchgerät, einer Schaufel und einer Sonde, unerlässlich.

Heftige Schneefälle können zudem auch den Wasserpegel des Bodensees beeinflussen. Während mildere Winter oft zu weniger Schnee und niedrigeren Wasserständen in den wärmeren Monaten führen, könnten längere Schneefallphasen diesem Trend kurzfristig entgegenwirken. Dies ist besonders relevant, da die Wintersportzeit in den Alpenregionen von Dezember bis April andauert, wie auch WetterKontor berichtet. Dort können Wintersportler aktuelle Informationen zu etwa 300 Skidestinationen in Deutschland, Europa und Nordamerika einsehen, einschließlich der Lawinenlage in den Alpenländern.

Schnee und Wetterlage

In Deutschland sorgt der starke Schneefall derzeit für Chaos: Über 20 cm Schnee bedecken mehrere Bundesländer, in einigen Regionen liegen sogar bis zu 40 cm. Die starken Winde erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h und führen zu erheblichen Beeinträchtigungen im Straßenverkehr sowie zu Absagen von Veranstaltungen, wie dem Bundesligaspiel zwischen Arminia Bielefeld und Werder Bremen. Der Deutsche Wetterdienst gibt täglich Wetterwarnungen heraus, um die Bevölkerung über die extremen Bedingungen zu informieren.

Die Lawinengefahr wird nach einer fünfstufigen europäischen Gefahreneskala beurteilt, wobei Stufe 3 („erheblich“) oft unterschätzt wird. Diese Stufe ist besonders kritisch, da die meisten Unfälle in diesem Bereich passieren. Im Ernstfall sind die Überlebenschancen bei einer Lawine meist gering. Daher ist es wichtig, die amtlichen Warnungen ernst zu nehmen, lokale Sperrungen zu beachten und sich im freien Gelände stets an die fünf Faustregeln von Bergführern zu halten. Dazu gehört auch, dass man im Zweifelsfall mit einem Guide gehen sollte.

Die aktuelle Situation zeigt, wie wichtig es ist, Respekt vor den Bergen zu haben, gerade in Zeiten, in denen immer mehr Menschen abseits gesicherter Pisten Ski fahren. Die Gefahren von Lawinen sind nicht zu unterschätzen, und die richtige Vorbereitung kann Leben retten. Für weitere Informationen und aktuelle Warnungen sollten Wintersportler regelmäßig den Lawinenlagebericht konsultieren.