Der Winter am Bodensee neigt sich dem Ende zu und in Vorarlberg kündigt sich eine lange Tradition an, die Menschen in den malerischen Orten zusammenbringt: die Funkenfeuer. Am 21. und 22. Februar 2026 finden in zahlreichen Gemeinden die Funkenfeuer statt, ein Brauch, der möglicherweise aus der heidnisch-germanischen Zeit stammt und die Wintermonate vertreiben soll, während der Frühling begrüßt wird. Holzhaufen werden aufgeschichtet, oft mit Strohfiguren an der Spitze, die symbolisch für Unglück und Krankheit stehen. An diesen Wochenenden genießen die Menschen auch die traditionellen Funkenküchlein, in Vorarlberg oft als „Küachlesonntag“ bezeichnet. Die Funkenfeuer sind nicht nur in Vorarlberg, sondern auch in Ostfrankreich und bei den Sathmarer Schwaben in Rumänien verbreitet. Seit 2010 sind sie sogar immaterielles Kulturerbe der UNESCO, was ihre kulturelle Bedeutung weiter unterstreicht (Quelle).

Am Funkensonntag, dem ersten Sonntag nach Aschermittwoch, sieht man in Vorarlberg viele Kinder durch die Dörfer ziehen, ausgestattet mit kunstvoll geschmückten Fackeln. Während das Funkenabbrennen eine alte schwäbisch-alemannische Tradition ist, deren Ursprung nicht vollständig geklärt ist, wird vermutet, dass die Feuer nicht mit den Hexenverbrennungen in der frühen Neuzeit in Verbindung stehen. Stattdessen könnte die Tradition aus heidnischen Fruchtbarkeitsriten entstanden sein, die den Übergang von der Fasnacht zur Fastenzeit markieren. Die Funkentanne, ein Holzturm aus gesammelten Materialien wie alten Christbäumen, wird entzündet, und auf der Spitze befindet sich häufig eine Winterhexe, die im Feuer explodiert und Glück bringen soll (Quelle).

Veranstaltungen und Bräuche

In Vorarlberg sind die Funkenfeuer weit verbreitet, und fast jede Gemeinde organisiert ihr eigenes Funkenfeuer. Zu den wichtigen Terminen zählen unter anderem:

  • Funken Hohenems Erlach: 21. Februar, ab 15 Uhr
  • Funkensonntag in Hub bei Feldkirch: 22. Februar, ab 17 Uhr
  • Funkenabbrennen in Tisis: 21. Februar, ab 15 Uhr
  • Dorfer Funken in Höchst: 21. Februar, ab 18 Uhr
  • Funken in Grienegg bei Nenzing: 22. Februar, ab 18 Uhr
  • … und viele mehr.

Die Vorbereitungen für die Funkenfeuer beginnen bereits am Samstag vor dem Funkensonntag. Die Bauweise variiert regional: In Vorarlberg wird oft ein Holzturm errichtet, während in anderen Regionen Strohhaufen verwendet werden. Besonders spannend ist die Rolle der Funkenzünfte und Narrenvereine, die heute häufig die Organisation der Veranstaltungen übernehmen. Früher waren es vor allem die Dorfjugendlichen, die für das Aufschichten der Holzhaufen verantwortlich waren (Quelle).

Die kulturelle Bedeutung der Funken

Die Funkenfeuer sind nicht nur ein Spektakel für die Augen, sondern auch ein wichtiger Teil der regionalen Identität in Vorarlberg. Sie symbolisieren das Ende des Winters und die Hoffnung auf den Frühling. Die Explosion der Hexenpuppe bringt den Anwesenden Glück, während ein umfallender Funken als schlechtes Omen gilt. Der Brauch hat sich über die Jahre weiterentwickelt, und heute gibt es zahlreiche regionale Unterschiede und Variationen in den Bräuchen, die rund um das Funkenfeuer gepflegt werden. Das Fest wird oft von einem Feuerwerk begleitet, und die Atmosphäre ist geprägt von Gemeinschaft und Vorfreude auf die kommenden Monate. In der Nacht auf den Funkensonntag wacht eine Funkenwache, um frühzeitige Anzündungen durch Nachbardörfer zu verhindern, was den traditionellen Charakter der Feierlichkeiten unterstreicht.

Insgesamt sind die Funkenfeuer nicht nur ein faszinierendes Beispiel für lebendige Traditionen, sondern auch eine Gelegenheit, sich mit der Geschichte und Kultur der Region auseinanderzusetzen. Der Brauch wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle im kulturellen Leben Vorarlbergs spielen und die Menschen weiterhin in ihren Bann ziehen.