In der faszinierenden Welt der Literatur wird das Werk „Lázár“ des jungen Schweizer Schriftstellers Nelio Biedermann immer mehr zum Gesprächsthema. Der 22-Jährige, der 2003 geboren wurde und am Zürichsee aufwuchs, hat mit seinem Debütroman „Anton will bleiben“ im Jahr 2023 bereits erste Akzente gesetzt. Doch sein zweiter Roman, der 2025 veröffentlicht wurde, hat die Literaturwelt im Sturm erobert. Er gehört zu den großen internationalen Literaturerfolgen des Jahres 2025 und wurde zum Lieblingsbuch der Unabhängigen gewählt. Die Verlagsrechte wurden vor der Veröffentlichung in mehr als 20 Länder verkauft, was die immense Nachfrage nach dieser fesselnden Geschichte unterstreicht. Die Geschichte der ungarischen Adelsfamilie Lázár spielt im Kontext des Untergangs der Habsburgermonarchie und ist geprägt von Verfall, Verlust und Begehren.
Die Erzählung erstreckt sich über drei Generationen und beleuchtet die dramatischen Umwälzungen, die die Familie während des 20. Jahrhunderts durchlebt. Im Mittelpunkt steht Eva Lázár, die in einen Untergrunddichter verliebt ist. Die Handlung spielt in Budapest der 1950er-Jahre und thematisiert Machtgefälle, Krieg, Depression und die Vergeblichkeit der Liebe. Biedermann gelingt es, die Atmosphäre dieser Zeit dicht und emotional einzufangen, während die Struktur des Romans geschickt zwischen verschiedenen Jahrzehnten wechselt.
Ein Blick auf die Themen
Die Themen des Romans sind so vielfältig wie die Schicksale der Protagonisten. Alkohol, Depression, Wahnsinn, Krieg, Nationalsozialismus, Flucht, Enteignung und Verfolgung prägen den Niedergang der Familie Lázár. Trotz der emotionalen Tiefe gibt es kritische Anmerkungen zu Klischees und sprachlichen Ungetümen im Text, die Fragen zur Lektoratsqualität aufwerfen. Der Roman lädt den Leser dazu ein, über die Unterschiede zwischen Schriftstellern und anderen Kunstschaffenden, wie beispielsweise Malern, nachzudenken. Max von Pufendorf wird aus diesem eindrucksvollen Werk vom 5. bis 23. Januar 2026 im Theater am Saumarkt in Feldkirch lesen.
Die Wurzeln der ungarischen Literatur
Um das Werk „Lázár“ vollständig zu würdigen, ist es hilfreich, einen Blick auf die ungarische Literaturgeschichte zu werfen. Diese umfasst Werke in ungarischer Sprache und hat sich über Jahrhunderte entwickelt, von den frühen Inschriften in ungarischen Runen bis hin zu den bedeutenden literarischen Strömungen des 20. Jahrhunderts. Die ungarische Literatur hat eine reiche Tradition, die von der Christianisierung und dem Einfluss des Christentums geprägt wurde, bis hin zur Glanzzeit zwischen 1825 und 1848, die Autoren wie Mihály Vörösmarty und Sándor Petőfi hervorbrachte.
In der Nachkriegszeit erlebte die ungarische Literatur eine Renaissance mit Autoren wie Imre Kertész, der für sein Überleben von Auschwitz bekannt ist, und László Krasznahorkai, der 2025 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Diese Entwicklungen verdeutlichen die Resonanz und die Herausforderungen, mit denen ungarische Schriftsteller konfrontiert sind, und tragen zur Tiefe von Biedermanns „Lázár“ bei. Die ungarische Literatur hat also nicht nur eine lange Geschichte, sondern auch eine bedeutende Rolle in der modernen Literatur gespielt.