Am 4. März fand im Autohaus Gerster in Koblach ein wegweisender Fachevent statt, der von der Landesinnung Vorarlberg in Kooperation mit Innotec Österreich organisiert wurde. Unter dem Motto „Wirtschaftlichkeit im Betrieb: Mehr Ertrag – repair first statt Teiletausch“ versammelten sich zahlreiche Mitglieder der Vorarlberger Landesinnungen, um sich über aktuelle Herausforderungen und Lösungen im Reparatursektor auszutauschen. Die Veranstaltung wurde durch Landesinnungsmeister Erich Neier und Geschäftsführer Alois Schwendinger eröffnet.
Ein zentrales Element des Events war eine Podiumsdiskussion, an der Experten wie Alois Schwendinger (Autohaus Gerster), Martin Brachmann (Siems & Klein / VFT), Alexander Bayer (VVO), Markus Nesensohn (LBS Bregenz) und Gerald Weiss (A&W Verlag) teilnahmen. Hierbei wurden wichtige Themen wie Lehrlingsausbildung, Fachkräftemangel, Versicherungsabwicklung, die Notwendigkeit von Reparaturen statt Austausch, Elektromobilität und Assistenzsysteme diskutiert. Besonders hervorgehoben wurde der Impulsvortrag von Wilfried Mennel zur trialen Ausbildung, die seit fünf Jahren im Lehrvertrag in Vorarlberg verankert ist. Diese Ausbildung soll das Ausbildungsniveau durch modulare Lehre steigern.
Aktuelle Herausforderungen im Reparatursektor
Ein bedeutendes Thema, das auch beim Fachevent zur Sprache kam, ist der Fachkräftemangel im Reparaturbereich. Laut einer Analyse des IFH Köln, die sich mit der EU-Richtlinie „Recht auf Reparatur“ beschäftigt, wird die Verfügbarkeit von qualifizierten Reparaturfachkräften als entscheidend für die steigende Nachfrage erachtet. 85% der Fachhändler geben an, dass der Mangel an Fachpersonal eine Verschärfung der Ressourcenlage zur Folge haben könnte. Alarmierend ist, dass 61% der Fachhandelsunternehmen planen, im Reparaturbereich keine personellen Aufstockungen vorzunehmen.
Diese Situation könnte den Erfolg der EU-Richtlinie gefährden, die bis spätestens 31. Juli 2026 in deutsches Recht umgesetzt werden soll und darauf abzielt, Elektroabfälle zu reduzieren und Ressourcen zu schonen. 84% der Fachhändler empfinden die Rekrutierung von Fachpersonal als schwierig, insbesondere aufgrund hoher Lohnanforderungen und demografischer Veränderungen. Experten fordern daher eine gezielte Förderung der Aus- und Weiterbildung in der Elektrotechnik, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen.
Praktische Lösungen und Ausblick
Im Rahmen des Events konnten die Teilnehmer aktuelle Lösungen von Innotec ausprobieren, darunter innovative Produkte wie das Klimaanlagenreinigungsgerät Airco Clean Control und ein Windschutzscheiben-Reparaturset. Solche praktischen Anwendungen sind entscheidend, um die Wirtschaftlichkeit im Betrieb zu steigern und gleichzeitig den positiven Einfluss auf die Umwelt zu maximieren.
Die Landesinnung plant bereits weitere ähnliche Formate, um die Diskussion über Fachkräftemangel und Reparaturwirtschaft fortzusetzen. Ein nächster Termin ist das AustroMobil, das vom 20. bis 22. März in Dornbirn stattfindet. Darüber hinaus steht eine Kooperationsveranstaltung von Innotec mit der Landesinnung Wien am 9. Juni an. Diese Initiativen sind wichtig, um den Austausch zu fördern und Lösungen für die Herausforderungen im Reparatursektor zu finden.
Insgesamt zeigt der Fachevent in Vorarlberg, dass die Branche vor großen Herausforderungen steht, aber auch bereit ist, innovative Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen. Nur mit einem gemeinsamen Engagement und der Unterstützung durch gezielte Ausbildungsmaßnahmen kann der Fachkräftemangel bewältigt und die Wirtschaftlichkeit im Betrieb nachhaltig gesichert werden. Mehr Informationen dazu finden Sie in der Analyse des IFH Köln, die die Auswirkungen der EU-Richtlinie auf den Arbeitsmarkt untersucht, und auf den Seiten des Handelsverbands Technik (BVT) sowie Wertgarantie.






