In Bregenz, der malerischen Hauptstadt von Vorarlberg, tut sich einiges im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs. Die Haltestelle Bregenz Hafen, die täglich rund 4.100 Ein- und Aussteiger:innen verzeichnet, steht im Fokus einer umfassenden Umgestaltung. Diese Haltestelle zählt zu den zehn meistgenutzten Bahnhaltestellen der Region und ist ein zentraler Knotenpunkt mit etwa 130 Zügen, die hier täglich verkehren. Doch trotz dieser hohen Frequenz sind die Bahnsteige aktuell nicht für längere Züge ausgelegt, was sich mit der geplanten Umgestaltung ändern wird. Derzeitige Pläne sehen vor, die Bahnsteige und Wendegleise auf 220 Meter zu verlängern.

In einer Grundsatz- und Planungsvereinbarung, die von der Stadt Bregenz, dem Land Vorarlberg und der ÖBB-Infrastruktur AG unterzeichnet wurde, sind die Zuständigkeiten und die Finanzierung der nächsten Planungsschritte geregelt. Ein Budget von rund 1,2 Millionen Euro netto ist für die Planungsleistungen vorgesehen. Die Inbetriebnahme des Projekts ist für das Jahr 2032 angedacht, was den Fahrgästen eine moderne und komfortable Mobilitätsdrehscheibe verspricht.

Barrierefreiheit im Fokus

Ein zentrales Anliegen der Umgestaltung ist die Barrierefreiheit. Mit der neuen Fuß- und Radwegunterführung wird der bestehende Zugang zur Haltestelle erheblich verbessert. Diese wird nicht nur barrierefreien Zugang zum Bahnsteig bieten, sondern auch durch Aufzugsanlagen den Zugang für mobilitätseingeschränkte Personen, Kinderwagen und Radfahrende erleichtern. Der Projektpartner hebt hervor, dass die Sicherheit für Fußgänger:innen und Radfahrende am Schnittpunkt zum Bodenseeradweg, wo es häufig zu Unfällen kam, gesteigert werden soll.

Die Umgestaltung sieht zudem die Schaffung einer neuen Bike+Ride-Anlage im nördlichen Bereich der Haltestelle vor. Dies wird nicht nur den Zugang für Radfahrende erleichtern, sondern auch die Aufenthaltsqualität erhöhen. Die Verantwortlichen betonen, dass die geplanten Maßnahmen minimale Eingriffe in die bestehende Infrastruktur vorsehen, um die Auswirkungen auf die Umgebung so gering wie möglich zu halten.

Strategische Bedeutung der Barrierefreiheit

Die Barrierefreiheit ist nicht nur ein Aspekt der Umgestaltung in Bregenz, sondern auch ein zentrales Element der ÖPNV-Strategie 2030. Mobilitätsangebote müssen für alle zugänglich sein, um der Daseinsvorsorge gerecht zu werden. Dies betrifft nicht nur Haltestellen und Stationen, sondern die gesamte ÖPNV-Reisekette. Fahrzeuge müssen barrierefrei gestaltet sein und kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt werden.

Der Einsatz längerer und doppelstöckiger Züge sowie ausreichend dimensionierte Fahrzeugflotten in Hauptverkehrszeiten ist unabdingbar. Zudem müssen Informationen über die gesamte Reisekette, etwa durch Apps und Haltestellenanzeigen, barrierefrei verfügbar sein. Durch die Förderung des barrierefreien Ausbaus des ÖPNV wird ein entscheidender Schritt in Richtung einer inklusiven Mobilität getan, die alle Bürger:innen in den Mittelpunkt stellt.