Am 7. März 2026 fand in Bregenz ein wichtiges Treffen von Fachleuten statt, das sich mit den Herausforderungen und Chancen der Präsenz von Wolf und Bär im Alpenraum beschäftigte. Eingeladen hatte das derzeitige Vorsitzland der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp), Vorarlberg. Ziel war die Erstellung eines Berichts über die Auswirkungen dieser großen Beutegreifer auf die alpine Landwirtschaft. Anwesend waren unter anderem Davide Righetti und Martin Stadler vom Amt für Wildtiermanagement des Landes Südtirol.

Das Treffen kommt nicht von ungefähr, denn bereits 2022 hatten die Regierungschefs der Arge Alp eine Resolution zum länderübergreifenden Wolfsmanagement verabschiedet. Diese sieht eine enge Zusammenarbeit beim Monitoring und Austausch von Wolfsdaten im Alpenraum vor. Im Jahr 2025 wurde der Anwendungsbereich auf den Bären ausgeweitet, was zeigt, dass die Thematik der großen Beutegreifer in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Fachleute aus den Arge-Alp-Mitgliedsländern sowie nationalen Koordinationsstellen wie KORA und dem Österreichzentrum Bär Wolf Luchs beteiligten sich an den Gesprächen.

Einigkeit und Zusammenarbeit

Ein zentraler Punkt des Treffens war die Einigung auf zukünftigen Datenaustausch zu großen Beutegreifern und der Alpwirtschaft. Der Austausch von Informationen über Todesursachen von Wölfen sowie umfassende Daten zum Bären wurde beschlossen. Dies umfasst nicht nur die räumliche Ausbreitung und genetische Analysen, sondern auch Informationen über Schäden, die durch Bären verursacht werden. Die gesammelten Daten sollen ein wissenschaftlich fundiertes Monitoring von Wolf und Bär im Alpenraum unterstützen.

Die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsländern der Arge Alp ist entscheidend, um verlässliche Daten zu sammeln und ein effektives Management großer Beutegreifer über Landesgrenzen hinweg sicherzustellen. Tirols Agrarreferent Josef Geisler betonte die Notwendigkeit einer soliden Datengrundlage, sowohl auf Landes- als auch auf internationaler Ebene. „Schnelles Handeln ist unerlässlich, um den Schutz der Alpwirtschaft und der Bevölkerung zu gewährleisten“, so Geisler.

Die Rolle der Arge Alp

Die Arge Alp umfasst eine Vielzahl von Mitgliedsländern, darunter Bayern, Graubünden, Lombardei, Salzburg, St. Gallen, Südtirol, Tessin, Tirol, Trient und Vorarlberg, mit einer Gesamtbevölkerungszahl von rund 26 Millionen Menschen. Seit vier Jahren arbeiten diese Länder bereits beim Monitoring von Wölfen zusammen, und die Zusammenarbeit wird nun auf Informationen zum Braunbär ausgeweitet.

Eine technische Umsetzung einer länderübergreifenden genetischen Datenbank für große Beutegreifer wird erarbeitet, die an bestehende slowenische Datenbanken angebunden werden soll. Das ExpertInnentreffen in Bregenz war ein wichtiger Schritt zur Fortsetzung und Vertiefung des Datenaustauschs, um künftige Berichte, die auch Daten zum Bären enthalten werden, zu erstellen.

Der nächste Bericht soll unter Federführung von Vorarlberg im Herbst 2026 erscheinen und wird die Auswirkungen von Wölfen und Bären auf die Almwirtschaft detailliert beleuchten. Frühere Berichte sind bereits auf der Website der Arge Alp abrufbar und bieten wertvolle Einblicke in die Entwicklungen der letzten Jahre.

In einer Zeit, in der der Schutz der Alpwirtschaft und die Koexistenz mit großen Beutegreifern immer wichtiger werden, zeigt das Treffen in Bregenz, dass die Mitgliedsländer bereit sind, an einem Strang zu ziehen und gemeinsame Lösungen zu finden. Diese Zusammenarbeit ist nicht nur ein Zeichen der Verantwortung gegenüber der Natur, sondern auch ein notwendiger Schritt für die Zukunft der alpinen Landwirtschaft im Alpenraum.