Im Musikschulpark Liebenstein in Bregenz wurde kürzlich eine rund 120 Jahre alte Gemeine Esche aus Sicherheitsgründen teilgefällt. Diese Entscheidung fiel nicht leicht, doch der Baum, der sich im hinteren Parkabschnitt an der Mauer zur Riedergasse befand, war seit mehreren Jahren von dem holzzerstörenden Pilz Hallimasch befallen. Der Hallimasch verursacht eine fortschreitende Zersetzung der Wurzeln und führt zur Aushöhlung des Stammholzes, was die Standfestigkeit der Esche gefährdete.

Die Zugwurzeln der Esche waren stark geschädigt, weshalb die Verantwortlichen entschieden, den Baum zu fällen, um mögliche Gefahren für Parkbesucher zu vermeiden. Der verbleibende Stamm, der etwa 12 bis 14 Meter hoch ist, bleibt jedoch als ökologisch wertvoller Lebensraum für Vögel und Insekten erhalten. Diese Maßnahme trägt zur Biodiversität im Park bei und zeigt, wie wichtig es ist, auch bei notwendigen Eingriffen an die Natur zu denken. Im kommenden Herbst ist zudem eine standortgerechte Nachpflanzung geplant: Eine Sommerlinde soll langfristig zur ökologischen und gestalterischen Qualität des Musikschulparks beitragen, wie auf der Webseite der Stadt Bregenz zu lesen ist (Bregenz).

Die Bedrohung durch Hallimasch

Doch der Hallimasch ist nicht nur im Musikschulpark ein Problem. Eine Untersuchung der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL in der Schweiz hat gezeigt, dass das Eschentriebsterben und der Hallimaschbefall in den letzten Jahren dramatisch zugenommen haben. Zwischen 2018 und 2022 wurden auf zehn Flächen im östlichen Mittelland 147 Eschen, darunter auch abgestorbene, dreimal auf Kronenverlichtung und Stammfussnekrosen untersucht. Die Ergebnisse waren alarmierend: Der Anteil der Eschen mit geringer Kronenverlichtung sank von 41.5% auf nur noch 4.1%, während der Anteil der Eschen mit Stammfussnekrosen von 11.7% auf 75.2% anstieg.

Im Sommer 2022 wiesen mehr als 71% von 128 lebenden Eschen Nekrosen am Stammfuss oder Wurzelanläufen auf. Hallimasch wurde in 92.4% dieser Nekrosen gefunden. Es bleibt unklar, ob die Nekrosen sekundär vom Hallimasch kolonisiert oder direkt durch ihn verursacht wurden, da die Zersetzung oft zu weit fortgeschritten war. Die Dominanz von Hallimascharten, die als Schwächeparasiten gelten, deutet darauf hin, dass Hallimasch Eschen besiedelt, wenn diese bereits durch Eschentriebsterben geschwächt sind oder durch Stammfussnekrosen Eintrittspforten aufweisen. Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen die ernsthafte Bedrohung, die der Hallimasch für die Eschenpopulation darstellt (Waldwissen).

Ein Blick in die Zukunft

Die Situation der Eschen in Österreich und der Schweiz ist symptomatisch für die Herausforderungen, vor denen Wälder in ganz Europa stehen. Die Bekämpfung von Schädlingen wie Hallimasch erfordert nicht nur lokale Maßnahmen, sondern auch einen überregionalen Ansatz. Ökologisches Bewusstsein und nachhaltige Forstwirtschaft sind entscheidend, um die Biodiversität in unseren Wäldern zu fördern und zu erhalten. Die anstehenden Pflanzungen, wie die geplante Sommerlinde im Musikschulpark, sind ein Schritt in die richtige Richtung und könnten langfristig zur Stabilität der Ökosysteme beitragen.