Lindau und Bregenz haben sich entschlossen, gemeinsam um den Titel der „Europäischen Kulturhauptstadt“ zu bewerben. Der Beschluss wurde kürzlich am Donnerstagabend in der Lindauer Inselhalle gefasst und von der gesamten Lindauer Stadtvertretung einstimmig unterstützt. In einer Pressemitteilung kündigte die parteilose Oberbürgermeisterin Claudia Alfons die Initiative an. Diese Bewerbung ist Teil einer langen Tradition, die seit 1985 besteht und darauf abzielt, Kunst und Kultur in den ausgewählten Städten für ein ganzes Jahr zu feiern. Ein Ziel ist es, die Vielfalt der europäischen Kulturen zu präsentieren und das europäische Zugehörigkeitsgefühl zu stärken. Der Titel bietet Städten die Möglichkeit, ihr Stadtbild nicht nur zu verbessern, sondern sich auch international zu präsentieren.
Die Diskussion über die Finanzierung des Projekts führte jedoch zu einigen Bedenken seitens der Bregenzer Vertreter, was zu wenigen Gegenstimmen im Stadtrat führte. Beide Städte, die bereits seit Jahren in kulturellen Belangen eng zusammenarbeiten, sind mit ihrer gemeinsamen Initiative auf einem guten Weg. Bregenz ist für die Festspiele auf der Seebühne am Bodensee bekannt, wo aktuell ein neues Bühnenbild für die Oper „La traviata“ entsteht. Lindau hat im vergangenen Jahr das Stadtmuseum nach einer umfangreichen Sanierung von über 33 Millionen Euro wiedereröffnet, wo unter anderem Werke von Picasso ausgestellt werden.
Ein gemeinsamer Weg in die Zukunft
Die beiden Städte planen, die Bewerbung um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt ab 2034 einzureichen. Ein wichtiger Schritt in diesem Prozess wird eine gemeinsame Sitzung der Stadträte am 5. Februar in der Lindauer Inselhalle sein. Lindauer Oberbürgermeisterin Claudia Alfons hebt die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit hervor, während Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch das Potenzial dieser Partnerschaft betont. Ziel ist es, die kulturelle Teilhabe und Identität zu stärken und möglicherweise weitere Städte aus der Region in die Bewerbung einzubeziehen. Das Förderprogramm der Europäischen Kulturhauptstadt unterstützt auch kleinere Städte, was eine spannende Perspektive für die Region bietet.
Mit einer Einwohnerzahl von etwa 26.000 in Lindau und knapp 30.000 in Bregenz haben beide Städte eine solide Basis für eine erfolgreiche Bewerbung. Die Kulturhauptstädte Europas erhalten den Melina-Mercouri-Preis in Höhe von 1,5 Millionen Euro, was zusätzliche Anreize schafft. Chemnitz wurde zuletzt als Kulturhauptstadt für das Jahr 2025 ausgewählt und hat bereits das Motto „C the Unseen – European Makers of Democracy“ präsentiert.
Die Bedeutung der Kulturhauptstadt-Initiative
Die Initiative der Kulturhauptstädte Europas, die 1985 ins Leben gerufen wurde, verfolgt das Ziel, die kulturelle Vielfalt in Europa zu fördern und den Austausch zwischen den Städten zu unterstützen. Deutschland wird 2025 zum vierten Mal eine Kulturhauptstadt stellen, wobei Chemnitz die Ehre zuteilwird. Zuvor waren in Deutschland bereits Berlin (West) 1988, Weimar 1999 und Essen für das Ruhrgebiet im Jahr 2010 als Kulturhauptstädte ausgewählt worden. Die Entscheidung für Chemnitz fiel einstimmig durch die Kulturministerkonferenz und zeigt, wie wichtig der Auswahlprozess für die Förderung von Transparenz und Chancengleichheit ist.
Die europäische Jury hat im Dezember 2019 die Finalisten für 2025 ausgewählt, und die Empfehlung für Chemnitz wurde im Herbst 2020 veröffentlicht. Mit einer soliden Grundlage und einer klaren Vision für die kulturelle Zusammenarbeit sind Lindau und Bregenz auf einem vielversprechenden Weg, um die nächste Kulturhauptstadt Europas zu werden. Weitere Informationen zu dieser spannenden Initiative finden Sie in der ausführlichen Berichterstattung auf [SWR](Quelle 1) und [Schwäbische](Quelle 2). Die umfassende Unterstützung durch die EU-Förderung im Rahmen des Programms KREATIVES EUROPA wird ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen, um die kulturellen Ambitionen der Städte zu verwirklichen.