In Bregenz, der malerischen Landeshauptstadt von Vorarlberg, steht das traditionelle Funkenabbrennen vor der Tür. Der Ursprung dieser alten Tradition ist zwar umstritten, jedoch ist die weit verbreitete Auffassung, dass es darum geht, den Winter auszutreiben. In der Stadt werden in diesem Jahr gleich drei Feuer entzündet, die allesamt ein Spektakel für Groß und Klein versprechen.
Der Hauptfunken, der „Breagazer Funka“, wird von der Feuerwehr Bregenz-Rieden organisiert und findet am Samstag, den 21. Februar, um 19.30 Uhr auf dem Parkplatz West statt. Bereits um 18 Uhr wird der Kinderfunken entzündet, gefolgt von einer Bewirtung mit lokalen Leckereien ab 17.30 Uhr im Zelt. Musikalisch begleitet wird der Abend von der Vorklöstner Musik, die für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgen wird.
Tradition und Bräuche in Vorarlberg
Das Funkenabbrennen hat in Vorarlberg eine lange Tradition. In vielen Orten wird ein bis zu 30 Meter hoher Holzturm, der Funken, von der Funkenzunft aufgeschichtet und gezündet. Der Höhepunkt dieser Veranstaltung ist oft die Explosion der Funkenhexe, die auf der Spitze des Turms befestigt ist. Diese Tradition hat ihre Wurzeln in heidnischen Fruchtbarkeitsriten und symbolisiert den Übergang von der Fasnacht zur Fastenzeit. Der Funkensonntag, der erste Sonntag nach dem Aschermittwoch, wird auch als „Küachlisonntag“ bezeichnet und bietet ein Rahmenprogramm mit Live-Musik und kulinarischen Angeboten, wie den beliebten „Funkaküachli“ – Hefeküchlein, die in der Region sehr geschätzt werden.
Ein besonderes Highlight erwartet die Besucher auch im Ortsteil Fluh, wo am Sonntag, den 22. Februar, um 20 Uhr der Funkenplatz hinter der Fluher Kirche St. Wendelin in Beschlag genommen wird. Hier sorgen der Musikverein Fluh und eine Bewirtung ab 19 Uhr für ein geselliges Beisammensein. Kinder werden nicht nur beim Kinderfunken in Bregenz, sondern auch in vielen anderen Orten mit speziellen Familienprogrammen herzlich eingeladen.
Einblicke in regionale Bräuche
Besonders im Montafon, speziell in Gortipohl, wird der Brauch des „Scheibenschlagens“ gepflegt, der seit 2016 im Verzeichnis des „Immateriellen Erbe der UNESCO“ gelistet ist. In der Gemeinde Bürs werden am Funkensonntag zusätzlich selbst gebastelte Lampions, die „Puma“ genannt werden und geschälten Pomeranzen ähneln, entzündet. Diese Tradition wird von Ronald Rettenberger und seiner Familie seit vielen Generationen am Leben gehalten. Am Funkenabend werden die Lampions mit neuen Kerzen bestückt und ziehen anschließend in einem Umzug zum Funkenplatz.
In Vorarlberg ist das Funkenabbrennen nicht nur ein Brauch, sondern auch ein kulturelles Ereignis, das die Gemeinschaft zusammenbringt. Die festliche Stimmung, die den Winter vertreibt und Glück bringen soll, ist bei Jung und Alt beliebt. Am Funkensonntag wird der Funken entzündet, und oft ist die Hexe auf der Spitze so präpariert, dass sie im Feuer explodiert. Sollte dies nicht geschehen, muss sie am nächsten Tag begraben werden.
Das Funkenabbrennen in Bregenz und Umgebung ist also weit mehr als nur ein feuriges Spektakel; es ist eine lebendige Tradition, die tief in der Kultur der Region verwurzelt ist und die Menschen zusammenbringt. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden sich auf den Seiten der Stadt Bregenz hier sowie auf den touristischen Plattformen von Vorarlberg hier und hier.