In der malerischen Stadt Bregenz am Bodensee wird ein neues Kapitel in der Verwaltung von Bootsliegeplätzen aufgeschlagen. Die Stadt hat am 25. November eine jährliche Gebühr von 30 Euro für die Warteliste von Bootsliegeplätzen eingeführt. Diese Regelung, die als „Evidenzhaltungsgebühr“ bezeichnet wird, soll den hohen Verwaltungsaufwand decken, der mit der Pflege der Wartelisten verbunden ist. Bei rund 1.500 Interessenten auf dieser Liste könnte die Stadt jährlich Einnahmen von etwa 45.000 Euro erzielen.
Die Einführung dieser Gebühr kommt nicht von ungefähr. Am Bodensee ist der Platz für Boote knapp: Über 52.000 Boote sind zugelassen, während lediglich rund 28.000 Liegeplätze zur Verfügung stehen. Die Wartezeiten für einen Liegeplatz können häufig zwischen 10 und 25 Jahren betragen. Die Stadt Bregenz rechtfertigt die Einführung der Gebühr mit der Notwendigkeit, die Wartelisten kontinuierlich zu führen, zu überprüfen und zu pflegen. Wer die Gebühr nicht bis zum 9. Januar 2026 bezahlt, wird von der Warteliste gestrichen.
Reaktionen und Auswirkungen
Die Reaktionen auf die neue Gebühr sind gemischt. In sozialen Medien wird diskutiert, von Vorwürfen der „Gier“ bis hin zu Meinungen, dass die Gebühr „völlig normal“ sei. Urs Hämmerle, der Präsident des Bregenzer Segelclubs, sieht in der Gebühr potenzielle Vorteile für die Verkürzung der Warteliste, kann jedoch die Höhe der Gebühr nicht beurteilen. Auch wenn andere Städte wie Konstanz und Bodman-Ludwigshafen bereits Gebühren für Wartelisten erheben, ist Bregenz der erste Ort am Bodensee, der eine jährliche Gebühr in dieser Form einführt.
In der Schweiz und Österreich wird der Platzmangel ebenfalls spürbar, mit Wartezeiten, die je nach Region zwischen 15 und 25 Jahren betragen. Während in der Schweiz die Gebühren für Wartelistenplätze zwischen 50 und 80 Euro liegen, erhebt Bodman-Ludwigshafen in Deutschland 25 Euro. Auch die Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH erhebt eine einmalige Verwaltungsgebühr von 35 Euro für Wartelisten, die jedoch derzeit geschlossen ist.
Ein Blick in die Zukunft
Die Stadt Bregenz betont, dass die Gebühr nicht dazu dienen soll, die Warteliste bewusst zu reduzieren. Antragsteller wurden über die neue Regelung informiert, Rückmeldungen an die Stadtverwaltung liegen jedoch bisher nicht vor. Die Diskussion um die Wartelisten und die damit verbundenen Gebühren wird sicherlich auch in Zukunft ein Thema bleiben, insbesondere angesichts der stark steigenden Anzahl an Booten im Vergleich zu den verfügbaren Liegeplätzen.
So bleibt abzuwarten, wie sich die Situation am Bodensee weiterentwickeln wird. Die Einführung der Evidenzhaltungsgebühr könnte möglicherweise ein erster Schritt in die richtige Richtung sein, um die Wartelisten besser zu verwalten und den Bootsbesitzern eine realistischere Perspektive auf einen Liegeplatz zu bieten. Für all jene, die auf der Warteliste stehen, heißt es nun: Bezahlen und abwarten.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Artikeln von Antenne, Boote-Magazin und All-in.