Am 14. Februar 2026 findet in Bludenz ein ganz besonderer Empfang statt, der die lokale Tradition und die soziale Verantwortung miteinander verbindet. Die Stadt Bludenz und die Funkenzunft Bludenz laden alle Bürger ein, gemeinsam den Beginn der Fasnacht zu feiern. Der Empfang beginnt um 14 Uhr auf dem Vorplatz des Rathauses und endet um 14:30 Uhr mit dem Ausschank von Getränken, für die ein Beitrag von 2,00 Euro erhoben wird. Der Erlös aus diesen Getränken fließt einem wohltätigen sozialen Zweck in Bludenz zu, was den Fokus in diesem Jahr auf soziale Verantwortung und karitative Anliegen legt. Bürgermeister Simon Tschann wird die Veranstaltung eröffnen und die Bedeutung von Tradition, Gemeinschaft und sozialer Verantwortung betonen.

Nachdem die Teilnehmer den Empfang genossen haben, formieren sich die Zünfte und Gruppen zum Abmarsch zum Riedmillerdenkmal, wo die traditionelle Schlüsselübergabe stattfinden wird. Diese Zeremonie ist ein fester Bestandteil der Fasnacht und symbolisiert den Übergang in eine Zeit des Feierns und der Ausgelassenheit. Die Stadt Bludenz bedankt sich bereits im Vorfeld bei allen Beteiligten für ihr Engagement und ihre Unterstützung.

Die Wurzeln der Fasnacht in Bludenz

Die Fasnacht hat in Bludenz eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1560 zurückreicht, als sie erstmals in Stadtprotokollen erwähnt wurde. Diese Protokolle berichten sogar von der Absage der Fasnat aufgrund der Pest. Historiker vermuten, dass die Fasnacht in Bludenz seit der Stadtgründung gefeiert wird, also seit über 750 Jahren. Die Gründung der Funkenzunft Bludenz im Jahr 1664 markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Geschichte dieses Brauchtums, das sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt hat. Am 14. Februar 1893 wurde in der alten Zunftstube im Gasthaus Hirschen die weltweit erste Funkenordnung niedergeschrieben, ein Dokument, das die Regeln und Traditionen der Fasnacht festlegte.

Die Fasnacht selbst hat ihre Wurzeln in vorchristlichen, heidnischen Bräuchen, die zur Vertreibung des Winters und zur Begrüßung des Frühlings gefeiert wurden. Volkskundler und Historiker sehen die Fasnacht auch als ein Fest, das mit der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern verbunden ist. Die Zeit vor der Fastenzeit, die als Fasnacht bezeichnet wird, dauert sechs Tage und endet mit dem Aschermittwoch. In vielen Regionen, besonders im Rheinischen, wird die Fasnacht als „Karneval“ gefeiert, was vom italienischen „carnevale“ abgeleitet ist und „Fleischwegnahme“ bedeutet. Dies ist auf die Tradition zurückzuführen, während der Fastenzeit auf Fleisch und tierische Produkte zu verzichten.

Eine Feier der Narren

Die Figur des Narren spielt eine zentrale Rolle in der Fasnacht und symbolisiert oft Gottesferne oder Lasterhaftigkeit. Die Feiernden verkleideten sich historisch als Teufel oder Narren, um den kirchlichen Verurteilungen zu trotzen. Ein Brauch, der bis ins Mittelalter zurückreicht, ist das Feiern der Tage vor der Fastenzeit mit Verkleidungen und festlichen Aktivitäten. In vielen Städten wurde die Fasnacht im 16. Jahrhundert aufgrund der Reformation verboten, während die katholische Kirche sie tolerierte. Im 18. Jahrhundert erlebte die Fasnacht einen Niedergang, doch am Ende des Jahrhunderts fand eine romantische Rückbesinnung auf alte Traditionen statt, die schließlich zur „romantischen Karnevalsreform“ führte.

Mit dem bevorstehenden Empfang in Bludenz wird die Fasnacht nicht nur als ein Fest des Feierns, sondern auch als ein Zeichen der sozialen Verantwortung gewürdigt. Die Verbindung von Tradition und modernem Engagement zeigt, wie lebendig und relevant dieser Brauchtum auch in der heutigen Zeit ist. Weitere Informationen zur Veranstaltung und zu den Traditionen der Fasnacht finden Sie unter diesem Link sowie zur Funkenzunft unter diesem Link.