Die Westbahn in Österreich ist eine bedeutende elektrifizierte Hauptbahn, die von Wien über St. Pölten und Linz bis nach Salzburg führt. Mit einer Gesamtlänge von 312,2 km und einer Spurweite von 1435 mm (Normalspur) ist sie ein zentrales Element im österreichischen Bahnnetz. Die Strecke wurde erstmals 1860 von der k.k. privilegierten Kaiserin Elisabeth-Bahn in Betrieb genommen und hat sich seitdem stetig weiterentwickelt. Die Elektrifizierung der Westbahn wurde nach dem Ersten Weltkrieg begonnen und 1952 abgeschlossen, was die Grundlage für eine moderne Bahninfrastruktur legte.
Die Westbahn setzt sich aus der Alten Westbahn (Strecke 1) und der Neuen Westbahn (Strecke 30) zusammen, die gemeinsam eine viergleisige Strecke bilden. Dies ermöglicht eine Streckengeschwindigkeit von bis zu 250 km/h. Aktuell wird die Strecke von etwa 550 Zügen pro Tag befahren, was ihre hohe Bedeutung für den Personen- und Güterverkehr unterstreicht. Die Westbahn wird von den ÖBB Infra betrieben und gehört zu deren Kernnetz. Zu den laufenden Ausbauprojekten zählt unter anderem die neue Haltestelle Maria Anzbach, die bis zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 eröffnet werden soll.
Aktuelle Entwicklungen und Ausbauprojekte
Entlang der Weststrecke in Oberösterreich arbeitet die ÖBB-Infrastruktur AG an mehreren Ausbauprojekten, die darauf abzielen, die zweigleisige Strecke aus der Kaiserzeit zu modernisieren. Aktuell befinden sich die Bauprojekte auf der Westseite des Linzer Hauptbahnhofes sowie zwischen Linz und Marchtrenk und zwischen Marchtrenk und Wels in unterschiedlichen Phasen. Ein besonders wichtiger Abschnitt, der Linz Vbf. West bis zur Linz Signalbrücke östlich des Linzer Hauptbahnhofs, befindet sich derzeit in der Planungsphase. Es ist geplant, rund 114 Millionen Euro im Jahr 2025 für den Ausbau zwischen Linz und Wels zu investieren.
Ein zentrales Ziel dieser Projekte ist die Beseitigung des zweigleisigen Nadelöhrs zwischen Linz und Wels, was pünktliche, rasche und sichere Transporte von Personen und Gütern gewährleisten soll. Für Fahrgäste bedeutet dies ein verbessertes Verkehrsangebot und moderne, barrierefreie Haltestellen, die den Zugang zu den Zügen erleichtern.
Einbindung in größere Verkehrsstrategien
Die Westbahn spielt nicht nur eine bedeutende Rolle im regionalen Verkehr, sondern ist auch Teil des TEN-Projektes „Magistrale für Europa“, welches die internationale Vernetzung im Bahnverkehr fördert. Die Entwicklung der Westbahn ist eng mit dem Rahmenplan der ÖBB-Infrastruktur AG verbunden, der in Abstimmung mit dem Bundesministerium erstellt wird. Der aktuelle Plan, das Zielnetz 2025+, wurde 2011 verabschiedet und setzt zentrale Prioritäten im Bereich der Infrastruktur.
Die Projekte werden dabei auf Basis von Kosten-Wirksamkeits-Analysen und Verkehrsprognosen priorisiert, um die Effizienz und Sinnhaftigkeit der Investitionen sicherzustellen. Ziel ist es, einen Großteil des Verkehrs von der Straße auf die Schiene zu verlagern, um umweltfreundliche Mobilität zu fördern und die Kapazitäten des Hauptnetzes auszubauen. Zukünftige Ausbauprojekte, wie der viergleisige Ausbau zwischen Köstendorf und Salzburg, der ab 2027 beginnen soll, sind weitere Schritte in diese Richtung.
Die Westbahn ist somit nicht nur ein Rückgrat des österreichischen Schienenverkehrs, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der übergreifenden Verkehrsstrategie, die eine nachhaltige und moderne Mobilität für die Zukunft sicherstellen soll.