Am 18. Februar 2026 wurde im Skigebiet Silvretta Montafon ein 27-jähriger Snowboarder aus einer bedrohlichen Situation gerettet. Der junge Mann hatte sich am Nachmittag in der Nähe der Mittelstation der Valisera-Gondelbahn entschieden, die gesicherte Piste zu verlassen und im Tiefschnee zu fahren. Leider kannte er sich in diesem Gelände nicht gut aus und entfernte sich in Richtung Gampabing, wo ihn das steile Terrain und der tiefschneebedeckte Hang schließlich daran hinderten, weiterzukommen. In dieser Notlage setzte er einen Notruf ab, was zu einem schnellen Einsatz eines Polizeihubschraubers führte, der ihn mittels Tau in Sicherheit brachte und ins Tal flog. Glücklicherweise blieb der Snowboarder unverletzt.
Die Polizei überprüft nun, ob die Kosten für die Bergung dem Snowboarder in Rechnung gestellt werden. Solche Überlegungen sind nicht unüblich, da es in der Vergangenheit bereits zu Kontroversen über die Kostenübernahme gekommen ist. Ein kürzlicher Großeinsatz im Zillertal, der sich als unnötig herausstellte, führte zu Beschwerden unter den Rettungskräften. Diese Einsätze können nicht nur die Freizeit der Helfer beeinträchtigen, sondern auch die Hilfe bei echten Notfällen verzögern.
Kosten und Verantwortlichkeit bei Bergungen
Am gleichen Tag ereignete sich in Vorarlberg ein tragischer Vorfall: Ein 41-jähriger Snowboarder aus Deutschland wurde von einer Lawine verschüttet und konnte zu spät gerettet werden. Diese beiden Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die Risiken und Herausforderungen, denen Bergsportler ausgesetzt sind, und auf die damit verbundenen Kosten. In Österreich deckt die gesetzliche Krankenversicherung oft nur einen kleinen Pauschalbetrag der Rettungskosten, während die hohen Kosten für Hubschrauber- und Bergrettung in der Regel selbst getragen werden müssen.Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
In Deutschland übernehmen gesetzliche und private Krankenversicherungen Hubschraubereinsätze nur, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Bergungen ohne Verletzung müssen oft selbst finanziert werden, was schnell mehrere tausend Euro kosten kann. Die Kosten für einen Hubschraubereinsatz variieren stark und liegen durchschnittlich zwischen 3000 und 6000 Euro, abhängig von der Flugdauer und der Einsatzschwierigkeit. Daher ist es ratsam, eine Kombination aus einer Mitgliedschaft im Deutschen Alpenverein (DAV) und einer Auslandskrankenversicherung abzuschließen, um im Notfall besser abgesichert zu sein.
Empfehlungen für Bergsportler
Die Erfahrungen der letzten Tage zeigen, dass es wichtig ist, sich vorab über die Risiken und die möglichen Kosten im Klaren zu sein, wenn man sich in die Berge begibt. Viele Bergsportler überschätzen die Leistungen ihrer Versicherungen und sind sich der Unterschiede zwischen medizinischer Rettung und Bergung nicht bewusst. In der Schweiz beispielsweise übernimmt die Rega die Kosten für Gönner, während Nicht-Gönner mit hohen Rechnungen rechnen müssen. In Österreich ist es ähnlich, und auch in anderen Ländern wie Italien und Frankreich variieren die Regelungen zur Kostenübernahme. Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Regelungen in den Alpenländern.
In Anbetracht dieser Informationen ist es unerlässlich, sich gut vorzubereiten und im Notfall gewappnet zu sein. Schließlich kann es jeden treffen, der sich in die Berge wagt – und die Rettung ist oft nur einen Notruf entfernt.