In der malerischen Region Zillertal, die für ihre beeindruckenden Berge und touristischen Attraktionen bekannt ist, wird der Verkehr immer mehr zur Belastung für die Anwohner. An der Zillertalstraße, einer der Hauptverkehrsadern, rollt an Spitzentagen ein Verkehr von bis zu 32.000 Fahrzeugen, während im Durchschnitt täglich 17.000 Fahrzeuge die Straße befahren. Dies führt zu einer signifikanten Lärmbelastung, die viele Bewohner seit Jahrzehnten als unerträglich empfinden. Roswitha Schmida, Bezirkssprecherin der Liste Fritz und selbst betroffene Anrainerin, hat genug von den leeren Versprechungen der Verantwortlichen und fordert konkrete Maßnahmen zur Lärmminderung. Die Liste Fritz hat bereits mehrere Forderungen aufgestellt, darunter Tempo 50 im Ortsgebiet und nächtliche Polizeikontrollen gegen Raser.

Ein Lärmkataster belegt die hohe Belastung für zahlreiche Grundstücke entlang der Zillertalstraße, und die Anwohner berichten von Schlafstörungen und Stress, die durch den ständigen Verkehr verursacht werden. Trotz ihrer Angebote, einen Erdwall auf eigene Kosten zu errichten, wurden diese Vorschläge von der Wildbach- und Lawinenverbauung abgelehnt. Markus Sint, Klubobmann der Liste Fritz, kritisiert zudem, dass im Landesbudget für 2026/2027 keine finanziellen Mittel für eine Umfahrung eingeplant sind. Um Klarheit über die Verkehrsstrategie im Zillertal zu erhalten, hat die Liste Fritz eine schriftliche Anfrage mit 28 Fragen im Landtag eingebracht. Sint plädiert zudem für den Ausbau der Normalspur der Zillertalbahn als alternative Verkehrsoption.

Aktuelle Entwicklungen im Lärmschutz

Ein Lichtblick für die Anwohner könnte die geplante Errichtung von Lärmschutzmaßnahmen an der B 169 Zillertalstraße in Schlitters sein. Ab dem 23. Oktober 2023 beginnen dort die Bauarbeiten, und die Fertigstellung der Maßnahmen ist für das Frühjahr 2024 vorgesehen. Auf einer Länge von 560 Metern werden hochabsorbierende Lärmschutzwände errichtet, die eine wesentliche Entlastung für die Anwohner bringen sollen. Die Ostseite wird mit einer bis zu 1 Meter hohen Betonleitwand versehen, während die Westseite eine 2,8 Meter hohe Lärmschutzwand erhält. Diese Maßnahmen werden zu 90 Prozent vom Land Tirol mit einem Gesamtbudget von 1,4 Millionen Euro finanziert.

Obwohl während der Bauphase mit temporären Verkehrs- und Lärmbelastungen gerechnet werden muss, versprechen die neuen Lärmschutzelemente eine dauerhafte Entlastung für die Anwohner nach Abschluss der Arbeiten. Die Vorarbeiten zur Errichtung der Lärmschutzwände beginnen Ende Oktober/Anfang November 2023, und die Montage der Lärmschutzelemente ist ab Mitte Februar 2024 geplant. Dies könnte ein erster Schritt in die richtige Richtung sein, um die Lärmbelastung in der Region zu reduzieren und den Anwohnern eine bessere Lebensqualität zu bieten.

Umweltpolitische Perspektiven

Die Situation an der Zillertalstraße verdeutlicht die Herausforderungen, mit denen viele Gemeinden in Bezug auf Verkehrslärm konfrontiert sind. Die Umweltpolitik verfolgt hierbei eine klare Reihenfolge: Vermeiden vor Vermindern vor Ausgleichen. Das Ziel ist es, die Entstehung oder den Bestand von Lärmquellen zu vermeiden, beispielsweise durch weniger Autoverkehr oder den Ausbau nichtemittierender Verkehrsmittel wie Fahrräder und Fußwege. Für die nichtvermeidbaren Lärmquellen sind technische Maßnahmen wie der Bau von Lärmschutzwänden notwendig, um die Emissionen und Immissionen zu minimieren. Diese Herangehensweise ist nicht nur kostengünstig, sondern hat auch positive Nebeneffekte wie weniger Unfälle und Abgase.

Die Verlagerung auf leisere Verkehrsmittel sowie die technische Optimierung von Fahrzeugen und Fahrwegen sind weitere Schritte, die zur Lärmreduzierung beitragen können. In der Zillertalregion sind die Anwohner in einem langen Kampf um Lärmschutzmaßnahmen engagiert, und die laufenden Entwicklungen könnten einen Wendepunkt darstellen. Wie sich die Situation weiterentwickelt, bleibt abzuwarten, doch die Forderungen nach einem besseren Schutz der Anwohner sind lauter denn je.

Für weiterführende Informationen zur Thematik und den Maßnahmen in der Region, besuchen Sie die Quellen: MeinBezirk, Land Tirol, und Umweltbundesamt.