Die Veranstaltungsreihe „uni goes reutte“ hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2006 als bedeutende Plattform zur Förderung von Wissenschaft und Forschung im Bezirk Reutte etabliert. Mit einem klaren Fokus auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen bringt die Reihe Experten und Interessierte zusammen, um über aktuelle Themen zu diskutieren. Hauptträger sind die Universität Innsbruck, die Wirtschaftskammer Reutte und die Tiroler Tageszeitung, wobei Helmut Mittermayr, der Redakteur der Tiroler Tageszeitung, als Mitinitiator der Plattform hervorzuheben ist. In den letzten 20 Jahren wurden bereits etwa 30 Veranstaltungen abgehalten, die stets hohe Besucherzahlen anlockten.
Am vergangenen Donnerstag hatte die Reihe einen besonderen Höhepunkt: Ass. Prof. Dr. Robert Steiger referierte über „ZWISCHEN HITZEREKORD UND SCHNEEKANONE: TOURISMUS IM KLIMASTRESS“. In seinem Vortrag analysierte er die Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus, insbesondere in Österreich. Der Wintertourismus, ein zentraler Wirtschaftszweig für Tirol, sieht sich zunehmend den Herausforderungen des Klimawandels gegenüber. Steiger thematisierte Klimarisiken, Anpassungsmaßnahmen und die Rolle des Tourismus im Klimawandel. Besonders aufschlussreich war seine Feststellung, dass nicht die technischen Geräte, sondern die Anreise der Touristen per Flugzeug einen erheblichen CO2-Fußabdruck verursacht.
Anpassungen an den Klimawandel
Die Anreise von Touristen spielt eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung von Emissionen, wie Steiger betonte. Um die Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismussektor besser zu verstehen, wurde ein Klimainformationssystem entwickelt, das vergangene und zukünftige Klimaänderungen in deutschen Tourismusregionen abbildet. Dieses Online-Tool bietet interaktive Karten, Datentabellen und Zeitreihen zu klimatischen Kennzahlen. Ein Handlungsleitfaden für Destinationsmanager unterstützt den Anpassungsprozess in sieben Modulen, von der Vorbereitung bis zur Evaluierung. Ziel ist es, passende Anpassungsmaßnahmen auszuwählen, um die Verwundbarkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels zu verringern. Informationen zu tourismusrelevanten Maßnahmen werden in einer Datenbank zusammengefasst, die einen Überblick über erprobte Anpassungsmaßnahmen bietet (Umweltbundesamt).
Die Entwicklung nachhaltiger und klimafreundlicher Tourismuskonzepte ist von großer Bedeutung, da der Tourismus sowohl von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist als auch selbst zum Problem beiträgt. Beispiele wie die Überschwemmung von Stränden in Mecklenburg-Vorpommern und das Ausbleiben von Wintersporttouristen am schneefreien Feldberg im Schwarzwald verdeutlichen die Herausforderungen, die der Klimawandel für diese Branche mit sich bringt. Zudem erfordert die Zunahme klimawandelbedingter Extremwettereignisse neue Strategien im Tourismus (Bundesamt für Naturschutz).
Ein Ausblick auf die Zukunft
Dr. Sara Matt, Leiterin der Transferstelle, äußerte sich optimistisch über die zukünftige Entwicklung von „uni goes reutte“ und kündigte an, dass die Plattform auch weiterhin aktuelle Themen im Bezirk Reutte präsentieren wird. In einer Zeit, in der der Klimawandel und seine Folgen immer drängender werden, ist es wichtiger denn je, den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und der Gesellschaft zu fördern. Die Veranstaltungen von „uni goes reutte“ tragen dazu bei, das Bewusstsein für diese Herausforderungen zu schärfen und mögliche Lösungsansätze zu diskutieren.