Am Abend des 16. Februar 2023 wurde das Rote Kreuz Reutte über eine Gruppe von elf Kindern und zwei Erwachsenen informiert, die sich im alpinen Gelände verstiegen hatten. Die Bergrettung Reutte, unterstützt von der Ortsstelle Berwang, brachte die Gruppe sicher ins Tal. Es gab keine Verletzten, jedoch war schnelles Handeln erforderlich. Um 20:30 Uhr wurde das Rote Kreuz über die Situation informiert. Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit und winterlichen Temperaturen musste kurzfristig eine Notunterkunft organisiert werden.

Ein Alarm für die Schnelleinsatzgruppe (SEG) wurde ausgelöst, und elf ehrenamtliche SEG-Mitglieder rückten aus. Die Einsatzkräfte bereiteten Feldbetten, Decken, Schlafsets und Hygieneartikel vor und transportierten diese nach Berwang. Im Gemeindesaal von Berwang wurde ein provisorischer Schlafsaal eingerichtet. Vor Ort wurde Tee zubereitet, um die Kinder aufzuwärmen. Die Unterkunft wurde schnell und effizient aufgebaut, was Sicherheit und Betreuung für die Kinder und Begleitpersonen gewährte. Die Einsatzkräfte kümmerten sich um die organisatorische Abwicklung und die Erstbetreuung der Betroffenen. Ein Dank gilt der Gemeinde Berwang und Bürgermeister Dietmar Berktold für die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Bezirksrettungskommandant Bertram Schedler betonte die Wichtigkeit der Schnelleinsatzgruppe und die gute Zusammenarbeit zwischen den Einsatzorganisationen im Bezirk. Weitere Informationen zu den Einsatzorganisationen finden Sie hier.

Die Rolle der Schnelleinsatzgruppen

Die Schnelleinsatzgruppen (SEG) bestehen aus freiwilligen oder privaten Hilfsorganisationen und kommen bei Unglücksfällen, Notständen oder Katastrophen zum Einsatz, insbesondere wenn viele Verletzte oder Erkrankte zu versorgen sind. Die SEG Behandlung unterstützt die rettungsdienstliche Versorgung, bringt medizinisches Material und arbeitet eng mit dem Rettungsdienst zusammen. Sie setzt sich aus mindestens einem Sanitätstrupp von mindestens fünf Personen zusammen.

Darüber hinaus gibt es verschiedene SEG-Teams, die sich auf den Transport von Verletzten, die Betreuung hilfebedürftiger Menschen sowie die Verpflegung großer Gruppen spezialisiert haben. Ein SEG-Betreuungstrupp sorgt beispielsweise dafür, dass die Betroffenen mit lebensnotwendigen Gütern versorgt werden und eine vorübergehende Unterbringung organisiert wird. Die SEG spielt eine entscheidende Rolle, um in Krisensituationen schnell und effizient Hilfe zu leisten, wie es auch im Fall der Kinder in Berwang deutlich wurde. Weitere Informationen zu den Aufgaben der SEG finden Sie hier.

Übergreifende Hilfsstrukturen und Katastrophenhilfe

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat sich in Katastrophenlagen auf Lebensrettung und Überlebenssicherung spezialisiert. Hilfsmaßnahmen werden in enger Abstimmung mit den jeweiligen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften der betroffenen Länder geplant. Dazu gehört die Verteilung von Hilfsgütern wie Nahrungsmitteln, Zeltplanen und Kleidung sowie die Sicherstellung der Wasser- und Abwasserversorgung. Im Ernstfall kann das DRK innerhalb von 72 Stunden mobile Gesundheitsstationen in Katastrophengebiete entsenden, die die medizinische Grundversorgung für bis zu 30.000 Menschen sichern. Diese mobilen Einheiten sind flexibel und können an die spezifischen Bedürfnisse vor Ort angepasst werden.

Die internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung hat ein System mobiler Nothilfe-Einheiten entwickelt, das schnell und bedarfsgerecht einsetzbar ist. Hierbei stehen unter anderem mobile Krankenhäuser und Gesundheitsstationen zur Verfügung, die autark arbeiten und für mehrere Monate einsatzbereit sind. Diese Strukturen zeigen, wie wichtig gut organisierte Hilfsmaßnahmen in Krisensituationen sind. Weitere Informationen über die Nothilfe und die Strukturen des DRK finden Sie hier.