In der Stadtgemeinde Reutte wird die musikalische Bildung großgeschrieben. Die dortige Landesmusikschule hat in den letzten zwei Jahren eine umfassende Modernisierung erfahren, die sowohl die bauliche Substanz als auch die technische Ausstattung betrifft. Diese Investitionen in Höhe von rund 200.000 Euro, die über die Reuttener Kommunalbetriebe GmbH (RKB), die Eigentümerin des Gebäudes, getätigt wurden, kommen sowohl den derzeit 1.380 Schülerinnen und Schülern als auch den 51 Lehrkräften zugute. Bemerkenswert ist, dass etwa 60 % der Schüler weiblich sind und das Altersspektrum von 4 bis 88 Jahren reicht (Kreisboten, MeinBezirk).

Ein zentraler Bestandteil der Renovierungsarbeiten war der Lina-Thyll-Saal, der mit einer Investition von 40.000 Euro aufgewertet wurde. Dieser Saal ist eine wichtige Anlaufstelle für Klassenabende, Proben, Workshops und Konferenzen. Die Verbesserungen in der Akustik ermöglichen nun Aufführungen von kleinen Streichquartetten bis hin zu 60-köpfigen Blasorchestern. Zudem sorgt eine neue programmierbare Lichtanlage dafür, dass der Saal auch für moderne Musikformate wie Rock- und Pop-Konzerte geeignet ist.

Technische Aufrüstung und Komfortsteigerung

Im Rahmen der Modernisierung wurde auch die Soundanlage erneuert. Diese umfasst nun zwei Funkmikrofone und eine integrierte Saalbeschallung, die die akustische Erfahrung der Schüler und Besucher erheblich verbessert. Um das Raumklima an heißen Sommertagen zu optimieren, wurde eine elektrisch steuerbare Außenbeschattung installiert, die insbesondere für angenehme Temperaturen im Saal sorgt. Vor der Modernisierung stiegen die Temperaturen dort regelmäßig über 30 Grad Celsius aufgrund der direkten Sonneneinstrahlung.

Die größte Einzelinvestition war die Umrüstung auf energiesparende LED-Beleuchtung, die mit rund 130.000 Euro zu Buche schlug. Diese Maßnahme ist nicht nur umweltfreundlich, sondern reduziert auch die Betriebskosten der Musikschule nachhaltig. Neben diesen größeren Projekten wurden zusätzlich kleinere Reparaturen und Optimierungen durchgeführt, die insgesamt zur Verbesserung der Infrastruktur beigetragen haben.

Die Bedeutung der musikalischen Bildung

Die Bedeutung einer soliden musikalischen Ausbildung wird auch von Bürgermeister Günter Salchner hervorgehoben, der die Richtigkeit dieser Investitionen betont. Der Direktor der Musikschule, Tobias Lämmle, hebt hervor, wie wichtig eine hervorragende Infrastruktur für die Förderung der musikalischen Talente in der Region ist. Doch es bleibt nicht nur bei der gegenwärtigen Situation: Ein Forschungsprojekt des Instituts für Musikpädagogik in Zusammenarbeit mit der Konferenz der österreichischen Musikschulen (KOMU) prognostiziert den Bedarf an qualifizierten Musikschullehrern in Österreich und Südtirol für die nächsten 10–15 Jahre. Rund die Hälfte der etwa 7.500 Musikschullehrer in Österreich wird in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen, was die Notwendigkeit unterstreicht, rechtzeitig neue Lehrer auszubilden und ihren Bedarf zu ermitteln (MDW).

Insgesamt zeigt sich, dass die Landesmusikschule Reutte nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein kulturelles Zentrum ist, das sich stetig weiterentwickelt und an die Bedürfnisse der Schüler und der Gesellschaft anpasst. Die aktuellen Entwicklungen und Investitionen sind ein wichtiger Schritt, um die musikalische Bildung in der Region auch in Zukunft zu sichern und zu fördern.