Im Bezirk Reutte tut sich einiges im Hinblick auf die Verkehrssituation und die regionale Wirtschaft. Aktuelle Diskussionen über das Fernpass-Paket zeigen, dass neue Informationen zur Umsetzung des Projekts bald verfügbar sein werden. Die baulichen Maßnahmen sind bereits in der Vorbereitung, und die „Außerfern-Förderung“ wird realisiert, um Haushalte in der Region mit Regionalgutscheinen zu unterstützen. Diese Förderungen stehen zwar nicht direkt im Zusammenhang mit dem Fernpass-Paket, sind jedoch eng verknüpft.
Die künftige Bemautung des Fernpasses betrifft auch die Außerferner Haushalte, was bedeutet, dass Gutscheine an alle Haushalte mit Hauptwohnsitz ausgegeben werden – nicht nur an die Mautzahler. Ziel ist es, die Haushaltskassen der Außerferner zu entlasten und den wirtschaftlich benachteiligten Bezirk zu unterstützen. Die Grünen Tirol üben in diesem Zusammenhang Kritik und werfen Landeshauptmann Anton Mattle vor, die Außerferner mit einer „Drüberfahr-Prämie“ nur „einzusacken“. Echte Entlastung statt „Schmerzensgeld“ wird gefordert.
Förderung und Finanzierung
Die Förderung aus dem Land Tirol wird als Teil des Sonderförderprogramms Reutte betrachtet, das bereits 2015 ins Leben gerufen wurde. Bis 2024 flossen 72,5 Millionen Euro in 114 Projekte im Außerfern, und das Programm wurde bis 2034 verlängert. Für die Außerfern-Förderung stehen insgesamt 2,5 Millionen Euro bereit, verteilt in Form von Regionalwährungsgutscheinen, die je nach Haushaltsgröße zwischen 150 und 290 Euro betragen.
Aktuell steht das Projekt im Zeitplan, mit einem Start im zweiten Halbjahr 2026. Das Vergabeverfahren läuft, und die Vergabeentscheidung wird im Februar 2024 erwartet. Dabei sind Gespräche mit Stakeholdern vor Ort im Gange, um Unternehmen als Partner zu gewinnen und sicherzustellen, dass das System sowohl Bürgern als auch Unternehmen einen Mehrwert bietet.
Verkehrssituation im Fokus
Das Fernpass-Paket zielt ebenfalls auf die Verbesserung der Verkehrssituation im Bezirk Reutte ab. Geplant sind Maßnahmen wie der Bau einer zweiten Röhre im Lermooser Tunnel und des Fernpasstunnels sowie die Einführung einer Fernpass-Durchzugsmaut zur Finanzierung der Instandhaltungen und Investitionen. Mit täglich bis zu 30.000 Fahrzeugen auf der Fernpassstraße ist die Verkehrsbelastung enorm, und das 7,5t-Fahrverbot für LKW bleibt bestehen.
Die finanziellen Mittel für die Umsetzung der Projekte belaufen sich auf rund 500 Millionen Euro, wobei die regionalen Gutscheine für Haushalte im Bezirk Reutte etwa 200 Euro pro Jahr betragen. Ein Zeitplan für die Tunnelprojekte sieht die Planung des Lermooser Tunnels zwischen 2024 und 2025 sowie den Bau von 2026 bis 2030 vor. Gleichzeitig soll durch den Tunnelbau auch die Verkehrssicherheit erhöht und CO2-Emissionen reduziert werden.
Ausblick und Bürgerbeteiligung
Die Bürgerinformation ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts. Eine Veranstaltung unter dem Titel „Land Tirol vor Ort“ findet am 31. Januar 2024 in Ehrwald statt, um die Bevölkerung über den aktuellen Stand zu informieren. Zusätzlich steht ein regelmäßiger Newsletter zur Verfügung, der über das Fernpass-Paket auf dem Laufenden hält. Zukünftige Maßnahmen könnten unter anderem die Prüfung von Radfahrverboten und die Verbesserung des Radwegenetzes umfassen.
Insgesamt stellt das Fernpass-Paket einen bedeutenden Schritt zur Verbesserung der Verkehrsanbindung und zur Unterstützung der regionalen Wirtschaft dar. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Projekte entwickeln und welche konkreten Maßnahmen letztendlich umgesetzt werden.