Die Diskussion um eine mögliche Fußgängerzone im Untermarkt von Reutte nimmt erneut Fahrt auf. Die Reuttener Grünen haben im Gemeinderat das Thema wieder aufgegriffen, mit dem Ziel, den Ortsteil temporär vom motorisierten Verkehr zu entlasten. Diese Debatte zieht sich bereits seit Jahren hin, wurde jedoch immer wieder durch den Widerstand der ansässigen Betriebe blockiert. Die Hauptsorge der Geschäftsinhaber sind mögliche Umsatzeinbußen, die mit einer Fußgängerzone einhergehen könnten. Mehr dazu hier.

Der aktuelle Antrag sieht vor, den Untermarkt vom 1. Juni bis 30. September jeweils samstags von 13 Uhr bis sonntags um 24 Uhr sowie an Feiertagen ganztägig für den motorisierten Verkehr zu sperren. Ausnahmen für bestimmte Fahrzeuge, wie beispielsweise Anrainer und Hotelgäste, sollen dabei über die Straßenverkehrsordnung geregelt werden. Der Vorschlag fand im Gemeinderat grundsätzlich Zustimmung, allerdings sind die Voraussetzungen für eine tatsächliche Umsetzung noch nicht geklärt. Bürgermeister Günter Salchner bezeichnete den Vorschlag als „Minimalvariante“ und betonte, dass eine bloße Verkehrssperre nicht ausreicht, um den Untermarkt zu beleben. Begleitende Maßnahmen seien notwendig, um neue Impulse für den Ortsteil zu setzen.

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Ängste und Widerstände im Mittelpunkt

Am 11. November fand eine weitere Diskussion zur Fußgängerzone statt, bei der sich zwei Gruppen herauskristallisierten: Die Befürworter sehen Chancen für die Geschäfte und die Gastronomie, während die Wirtschaftsvertreter des Untermarkts aus Existenzängsten vehement dagegen sind. Bürgermeister und Gemeinderat haben Verständnis für die Sorgen der Wirtschaftsvertreter gezeigt, die durch Leerstände, hohe Mietpreise sowie Pensionierungen negativ beeinflusst werden.

Eine Empfehlung des Ausschusses für Standortentwicklung, Infrastruktur und Innovation sprach sich für die Beibehaltung der bestehenden Begegnungszone aus und lehnte die temporäre Fußgängerzone ab. Stattdessen wurde die Evaluation der Leerstände und die Entwicklung von Maßnahmen zur Belebung vorgeschlagen. Zudem soll eine Einbahnregelung beim Seniorenzentrum „Guter Hirte“ zur Verkehrsberuhigung eingeführt werden. Die Bürgermeisterfraktion unterstützt diese Empfehlung und sieht die Begegnungszone als tragfähig an. Offenheit besteht auch für Überlegungen zu Behindertenparkplätzen in der Nähe von Geschäften.

Zukunftsperspektiven für Reutte

Das Team Schimana setzt auf ein Konzept, das die gleichberechtigte Nutzung durch Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer fördert, während die Freiheitliche Fraktion den Status quo als besten Kompromiss betrachtet und die Notwendigkeit für direkte Zugänglichkeit zu Geschäften betont. Die Grünen zogen ihren ursprünglichen Antrag für eine temporäre Fußgängerzone zurück, unterstützen jedoch die Empfehlung des Ausschusses und unterstreichen die Notwendigkeit zur Belebung der Begegnungszone. Weitere Details finden Sie hier.

Die aktuelle Situation in Reutte zeigt, wie wichtig es ist, die unterschiedlichen Interessen von Geschäftsinhabern und der Gemeinde in Einklang zu bringen. Die anhaltende Diskussion um die Fußgängerzone könnte nicht nur die Attraktivität des Untermarkts steigern, sondern auch zu einer nachhaltigen Lösung für die Herausforderungen des Einzelhandels in der Region führen.