In einer beeindruckenden logistischen Meisterleistung hat die APG (Austrian Power Grid AG) einen 240 Tonnen schweren Transformator erfolgreich ins Umspannwerk Matrei transportiert. Der Transport dauerte vier Tage und war minutiös geplant, einschließlich digitaler Simulationen und sogenannter „Flyovers“, um die sicheren Überfahrten von Brücken zu gewährleisten. Diese Maßnahme war notwendig, nachdem ein Brand in einem Entsorgungsbetrieb zur Errichtung einer Ersatzleitung zwischen den Umspannwerken Lienz und Obersielach führte. Diese Ersatzleitung sichert nun die Stromversorgung zwischen Osttirol und Kärnten und wurde bereits erfolgreich abgeschlossen.

Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts von APG und Kärnten Netz wird bis 2033 an der Verbesserung der Versorgungssicherheit und Netzstabilität in Kärnten und Osttirol gearbeitet. Dazu gehört der Ausbau des 380-kV-Rings sowie neue 110-kV-Verbindungen, um entscheidende Lücken im Stromnetz zu schließen. Dieses Projekt ist ein wichtiger Schritt, um die steigenden Anforderungen an die Energieversorgung zu bewältigen und die Region zukunftssicher zu machen. Für weitere Informationen zu diesen Entwicklungen können Sie die Quelle hier nachlesen.

Transport des Giganten

Der Transport des Transformators, der eine Leistung von 200 Megavoltampere (MVA) hat, war eine logistische Herausforderung. Der gesamte Transportzug wog 489 Tonnen und benötigte zwei LKW mit je 630 PS – einen zum Ziehen und einen zum Schieben. Der Transformator, der aus dem Umspannwerk Südburgenland stammt, ist 12 Meter lang, 4 Meter breit und 5 Meter hoch. Der Transport von Lienz nach Matrei dauerte sieben Stunden, wobei eine Maximalgeschwindigkeit von nur 20 km/h erreicht werden durfte. Um 1.30 Uhr am 30. März 2023 traf der Transformator im Umspannwerk Matrei ein, nachdem er zunächst mit der Bahn von Oberwart nach Lienz und dann auf der Straße nach Matrei transportiert worden war.

Nach seiner Ankunft benötigte das Transportteam noch weitere vier Stunden, um den Transformator auf seinem Fundament zu platzieren. Das gesamte Projekt erforderte jahrelange Planung und Abstimmung mit den Behörden. Unter der Leitung von Wolfgang Ranninger, der seit zehn Jahren bei APG tätig ist, belaufen sich die Investitionen in das Umspannwerk Matrei auf 46,5 Millionen Euro. Diese Maßnahme wird auch dazu beitragen, die Stromversorgung Osttirols zu verbessern und nicht verbrauchten Strom aus erneuerbaren Quellen weiterzuleiten. Weitere Informationen dazu finden Sie in der detaillierten Berichterstattung hier.

Der Weg zur Energiezukunft

Diese Entwicklungen sind nicht nur für die Region Osttirol von Bedeutung, sondern stehen im Zusammenhang mit den umfassenden Herausforderungen, die die Energiewende in Deutschland und darüber hinaus mit sich bringt. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, ist ein zügiger Ausbau erneuerbarer Energien und der Stromnetze erforderlich. Marktteilnehmer und Netzbetreiber müssen sich neuen Anforderungen anpassen, um die Systemstabilität zu sichern. Die Bundesregierung hat hierzu die „Roadmap Systemstabilität“ entwickelt, die einen Fahrplan für einen sicheren Betrieb des Stromnetzes mit 100% erneuerbaren Energien festlegt. Diese Roadmap wurde am 6. Dezember 2023 beschlossen und ist ein Schritt in die richtige Richtung für eine nachhaltige Energiezukunft.

Die Herausforderungen sind groß, aber mit Projekten wie dem in Matrei und der engen Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Netzbetreibern wird der Weg zur Energiezukunft geebnet. Die Investitionen in die Infrastruktur und die Anpassungen an die neuen Gegebenheiten sind entscheidend, um auch in Zukunft eine zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten. Weitere Informationen zu diesen Themen finden Sie in der Quelle hier.