In Lienz hat der Rotary Club zum zweiten Mal eine ganz besondere Initiative ins Leben gerufen: die „Neujahrsentschuldigungskarte“. Diese Karte, die in einem ehrenwerten Ziel verkauft wird, soll nicht nur den Brauch des Neujahrsgrüßens wiederbeleben, sondern auch der Tiroler Hospizbewegung zugutekommen. Der Reinerlös aus dem Verkauf wird an das Hospizteam Lienz übergeben, was für die Organisation eine große Hilfe darstellt. Die „Neujahrsentschuldigungskarte“ ist ein Teil eines über 200 Jahre alten Brauchs, der im frühen 19. Jahrhundert in Tirol populär war. Damals war es üblich, persönliche Besuche mit Glückwünschen zum Jahreswechsel zu machen. Wer aus verschiedenen Gründen nicht persönlich erscheinen konnte, hatte die Möglichkeit, eine Entschuldigungskarte zu erwerben – deren Erlös kam sozialen Zwecken zugute.

Die erste Auflage der Karte wurde zum Jahreswechsel 2024/2025 veröffentlicht und erfreute sich großer Beliebtheit. Für die diesjährige Karte, die von den Künstlern Michael Hedwig und Beatrix Indrist gestaltet wurde, wählten die beiden das Motiv „Garten mit Giraffe“. Insgesamt wurden 100 signierte Karten zum Preis von 50 Euro angeboten. Der Reinerlös konnte im Rahmen eines wöchentlichen Meetings an die Vertreterinnen der Hospizbewegung, DGKP Christine Ganeider, MSc und DGKP Marlen Resinger, übergeben werden. Diese Spendenaktion zeigt einmal mehr, wie Kunst und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen können.

Künstlerische Vielfalt und soziale Verantwortung

Die Gestaltung der Karten zeigt das Engagement und die Kreativität der Künstler, die auf vielfältige Weise zur Kultur und zum sozialen Leben in der Region beitragen. Eine Künstlerin, die in diesem Kontext besonders hervorzuheben ist, ist Marlies Wagner. Geboren 1960 in Irschen, lebt sie heute als freischaffende Künstlerin in Maria Saal. Wagner hat an der Freien Akademie der bildenden Künste in Kärnten studiert und ihre Meisterklasse bei renommierten Künstlern wie Luka Anticevic und Peter Kohl absolviert. Ihre Werke sind nicht nur in Österreich, sondern auch international zu sehen, mit Ausstellungen in Klagenfurt, Ungarn und Budapest.

Wagner ist Mitglied der Berufsvereinigung bildender Künstler Österreichs und hat bereits zahlreiche bedeutende Ausstellungen bestritten. Dazu gehören die Art Innsbruck in den Jahren 2018 und 2019 sowie die Teilnahme am Viennese Opera Ball in New York in mehreren Jahren, darunter auch 2024. Ihre Kunst ist inspiriert von Reisen, insbesondere durch Indien, und thematisiert häufig die Darstellung von Frauen. Ihre Bilder bestechen durch lebendige Farben und eine Kombination aus realen und fantastischen Elementen. Ein charakteristisches Merkmal ihrer Werke ist der prozessuale Realismus, der einen Dialog zwischen Materialität und Imagination eröffnet.

Kunst im Dienste der Gemeinschaft

Die Zusammenarbeit zwischen Künstlern und sozialen Projekten ist ein Beispiel dafür, wie Kunst nicht nur ästhetischen Genuss bietet, sondern auch wichtige gesellschaftliche Anliegen unterstützen kann. Wagners Werke sind oft rätselhaft und laden den Betrachter ein, neue Details zu entdecken. Titel wie „Hühnerfrau“ und „Die Regenmacherin“ erzählen Geschichten und fordern zum Nachdenken auf. Aktuell stellt sie eine Auswahl ihrer Gemälde als Leihgabe in der Firma Pinter Guss GmbH in Deggendorf aus, was die Sichtbarkeit ihrer Kunst weiter erhöht.

Die „Neujahrsentschuldigungskarte“ des Rotary Clubs Lienz und das Engagement von Künstlern wie Marlies Wagner sind hervorragende Beispiele dafür, wie lokale Initiativen und Kunstschaffende zusammenarbeiten können, um das soziale Miteinander zu fördern und wichtige Projekte zu unterstützen. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren kreativen Ideen in Zukunft aus dieser inspirierenden Zusammenarbeit hervorgehen werden.

Für weitere Informationen zu den Projekten des Rotary Clubs Lienz können Sie die offizielle Webseite besuchen: osttirol-heute.at sowie mehr über Marlies Wagner und ihre Kunst erfahren unter lienz.rotary.at.