Der ORF-Landkrimi „Schnee von gestern“, der im Januar 2026 ausgestrahlt wurde, hat in der Region Osttirol und insbesondere im Bezirk Lienz für viel Aufregung gesorgt. Zuschauer äußerten scharfe Kritik an der Handlung, die sie als unlogisch und verwirrend empfanden. Insbesondere die klischeehafte Darstellung der Region sowie der fiktive Gemeindename „Inner Ainöd“ stießen auf Widerstand. Zwei Jungautoren aus Osttirol, die auf die Kritik reagierten, warben für ihren eigenen Krimi, um ein authentischeres Bild der Region zu vermitteln. Weitere Informationen zu den Vorfällen sind in einem Artikel der Kleinen Zeitung nachzulesen.
„Schnee von gestern“ ist der erste Landkrimi aus Osttirol und wurde von Regisseur David Wagner inszeniert, während Ivo Schneider das Drehbuch verfasste. Die Hauptrollen spielen Simon Morzé und Marlene Hauser. Die Handlung des Films dreht sich um den Mord an einem 58-jährigen Tiroler Umweltlandesrat, Konrad Kofler, dessen Leiche im Tristacher See entdeckt wird. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass Kofler ertrunken ist und Alkohol im Blut hatte, jedoch keine Anzeichen von Gewaltanwendung aufwies. Er war auf dem Weg nach „Inner Ainöd“, wo er nicht ankam. Die Ermittlungen enthüllen, dass Kofler bereits tot war, bevor sein Körper in den See geworfen wurde. Wasser in seiner Lunge stammt aus dem Speichersee von Inner Ainöd, wo auch ein Firmenschild der Snowland Resort GmbH gefunden wird, das zu Dorfbewohnern mit Schulden gehört.
Die komplexe Handlung
Die Geschichte um Kofler ist nur ein Teil des komplexen Geschehens im Film. Der Bürgermeister der fiktiven Gemeinde rechnete mit der Genehmigung für eine Beschneiungsanlage, die aufgrund drohender Absiedlung dringend benötigt wurde. Doch die Ermittlungen nehmen eine unerwartete Wendung, als der Chef eines örtlichen Gasthauses, Gerry Fiala, und ein Trafikant, Egbert Kollreider, in die Geschehnisse verwickelt werden. Fiala, der wegen Drogenhandels im Gefängnis war, bietet Unterstützung an, während Kollreider unter mysteriösen Umständen stirbt. Diese Verwicklung in die Dorfgemeinschaft führt zu Spannungen und Mobbing gegen den Chefinspektor Steiner, der ebenfalls in die Ermittlungen involviert ist.
Ein weiterer, tragischer Charakter ist Moidl Schirnhofer, die Tante des Bürgermeisters, die nach dem Tod ihrer Tochter Waltraud, die im See ertrank, verstummt ist. Waltraud war das Opfer eines Unglücks, für das alle Alfons Hochstoder die Schuld gaben. Hochstoder, der als Einsiedler verbannt wurde, wird verdächtigt, Kofler umgebracht zu haben, was die Dorfgemeinschaft weiter polarisiert. Diese dichte Verknüpfung von Charakteren und deren Schicksalen bildet das Herzstück des Krimis.
Rezeption und Ausstrahlungszahlen
Die Premiere des Films fand am 23. August 2024 beim Filmfestival Kitzbühel statt, gefolgt von einer Veröffentlichung auf ORF ON am 19. Januar 2026 und der Erstausstrahlung auf ORF 1 am 20. Januar 2026. Diese Erstausstrahlung erreichte bis zu 723.000 Zuschauer und einen Marktanteil von 28%. Der Film wurde von den Zuschauern jedoch nicht einheitlich positiv aufgenommen, was sich in den kritischen Rückmeldungen aus der Region widerspiegelt.
Die Landkrimis erfreuen sich insgesamt großer Beliebtheit. Im November und Dezember 2024 erreichten die Premieren der Landkrimis durchschnittlich 787.000 Zuschauer und einen Marktanteil von 29%. Insgesamt verfolgten über 2,7 Millionen Zuschauer die neuen Filme, darunter „Steirergift“ und „Steirermord“. Diese Erfolge zeigen, dass das Genre weiterhin eine große Fangemeinde hat, auch wenn „Schnee von gestern“ in Osttirol umstritten bleibt. Wer sich für die neuesten Entwicklungen im Landkrimi-Universum interessiert, kann die Filme auch weiterhin auf ORF ON streamen.